Natur und Tiere

Vögel hautnah – Vogelsafari die II

Greifvögel im Tagebau Garzweiler - Collage - Vogelsafari August 2019

Ein weiteres mal lud die Forschungsstelle Rekultivierung zur Vogelsafari ein

Junge Bussarde beim Kräftemessen in der Luft. Sturzflug.Eine Einladung die ich sehr gerne annahm, denn, wie in meinem Blog von der Vogelsafari Ende April 2019 zu entnehmen ist, ist es immer wieder fantastisch, die verschiedenen und teilweise leider selten gewordenen Arten erleben zu dürfen.

Eine große Hochachtung für alle, die sich für den Artenschutz engagieren

Dies gleich einmal vorweg, bevor ich meine Eindrücke schildere. Ohne die grandiose Arbeit der Forschungsstelle Rekultivierung und u.a. auch von unseren Umweltbeauftragten, Norbert Wolf (Stadt Grevenbroich), ständen wir hier im Tagebau Garzweiler nicht da, wo wir jetzt stehen.

Es ist durchaus möglich, aus einem ehemals gebeutelten Industrieareal einen Lebensraum zu schaffen, in dem sich auch selten gewordene Arten wieder heimisch fühlen.

Nein. Das heißt nicht, dass alles in bester Ordnung ist.

Selten gewordene Arten bleiben in Gefahr

Auch wenn im Areal auf der Königshovener Höhe und den angrenzenden Rekultivierungsgebieten viel dafür getan wird, dass bedrohte Arten eine Heimat oder zumindest auf ihrer Durchreise einen adäquaten Raum finden, ist die Kuh noch lange nicht vom Eis. Das können Rekultivierungs- und Artenschutzmaßnahmen alleine nicht stemmen. Aber es ist ein Anfang. Und es hat Vorbildcharakter!

Kleine „Reise“ durch das Artenschutzgebiet

Stolz können die engagierten Akteure sein! Was auf der Königshovener Höhe geschaffen wurde ist ein Kleinod. Ein Kleinod für unsere wilden Freunde da draußen und für uns Naturfreunde.

Wo hat man noch das Glück, an einem einzigen Tag in wenigen Stunden, 5 Greifvogelarten beobachten zu können. Neben Bussarden, sichteten wir Turmfalken, Rot- und Schwarzmilane und Rohrweihen.

Darüber hinaus bestaunten wir diverse Wasservögel. Nicht nur die üblichen Verdächtigen, wie Nilgänse oder Blässhühner, sondern auch Waldwasserläufer und Zwergtaucher.

Sing- und Feldvögel, die wir nicht mehr alle Tage zu Gesicht bekommen, fühlen sich ebenfalls wohl auf den Höhen. Scharen von Staren, Schwarz- und Braunkehlchen, Schwalben und Grauammern genossen die Mittagssonne auf den freien Flächen. Grandios.

Waldwasserläufer im Biotop auf der Königshovener Höhe

Kleines Biotop – großes Schauspiel

Wie schon im April, war die erste Station das kleine versteckt gelegene Biotop. Aufgrund der Uhrzeit war nicht all zuviel auf diesem Gewässer los. Das Highlight hier war eindeutig der Waldwasserläufer (Foto) und der kleine Verwandte des Haubentauchers, der Zwergtaucher. Aber auch die Schwalben hatten ihren Spaß. Schwalben beim Fischen zu beobachten ist wahrlich ein rasantes Schauspiel!

Bussard hebt vom Sandhaufen ab.
Bussard hebt ab.

Über die Königshovener Höhe zur Autobahninsel

Dass es in unseren Gefilden sehr viele Rehe und Wildschweine gibt, ist bekannt. Deshalb ist es kein Wunder, dass wir auf unserer Reise über die Höhe einige Rehsichtungen hatten.

Darüber hinaus gab es durch Norbert Wolf noch einige interessante Informationen, z.B. warum „Stein- oder Holzhaufen“ so uncharmant in der Gegend liegen. Hier fühlen sich Steinschmätzer und Co. besonders wohl. 🙂

Die Autobahninsel ist ein Areal zwischen den Autobahnen A44 und A46. In diesem Abschnitt konnten wir neben Wanderfalken auch besonders gut die Milane beobachten, die über den Abraumlöchern in den Aufwinden auf Beutezug waren.

Vom Hamsterprojekt zum Hamsterdesaster

Feldhamstergehege als Testprojekt für Feldhamsteransiedlung auf der Königshovener HöheAuf besagter Autobahninsel wurde ein Projekt zum Feldhamster gestartet. Hier ging es darum, Feldhamster anzusiedeln bzw. zunächst zu erforschen, ob diese überhaupt in unseren Böden zurechtkommen würden. Im Safari-Blog vom April berichtete ich darüber.

Das Projekt wurde zunächst zu einem vollen Erfolg. Die Feldhamster haben nicht nur überlebt sondern auch für Nachwuchs gesorgt. Sie fühlten (FÜHLTEN 🙁 ) sich sehr wohl. Leider wurde das Projekt gestoppt, weil „man“ mal wieder ein Gewerbegebiet plant. (Wir haben ja nicht bereits genügend davon und genügend Leerstände!!!!) Und da hat „man“ vermutlich verdammt Angst vor dem Feldhamster!

Traurig aber wahr! Mehr dazu im Artikel der PR, der leider einen nicht wirklich zutreffenden Titel führt.

Fazit zur Vogelsafari auf der Königshovener Höhe

Ich wiederhole mich gerne. Es ist eine beachtenswerte Leistung was das RWE und die Forschungsstelle Rekultivierung mit der Unterstützung der Naturschutzbeauftragten hier im Braunkohletagebau auf die Beine stellen. Als absoluter Laie auf dem Gebiet, aber Naturfreund mit Leib und Seele hoffe ich, dass es viele Menschen gibt, die diese Projekte fördern und unterstützen. Sei es durch achtsamen Umgang mit und in der Natur, sei es durch Verbreitung und Veröffentlichung von solchen Projekten, um damit immer wieder darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig der Artenerhalt – egal ob Pflanzen oder Tiere – ist.

Wir Menschen sind nicht alleine auf dieser Erde. Wir haben einfach nicht das Recht, nur zu nehmen, sondern haben die Pflicht, allen anderen Erdenbewohnern ebenfalls den Lebensraum einzuräumen, der ihnen zusteht!