Wandern

Kakushöhle – Brehberg … wer träumt, wandert länger

Suri im Eingang der Kakushöhle - hier die KircheKakushöhle … eine Idee von einem Wander-Hunde-Freund

10 bis maximal 11 Kilometer wollte ich gestern touren. Dies, weil ab nachmittags Gewitter angesagt war. Meine Rechnung: Spätenstens 8 Uhr los – mit Foto- und Snackpausen schaffen wir in der Regel 10 Kilometer in 3 – 3,5 Stunden. Die Tour „Kakushöhle und Weitsichten“ von unserem Freund Mungo inspirierte mich. Relative kurze Anfahrtszeit und die angegebenen 13 Kilometer wollte ich nach GPS entsprechend anpassen. Soweit der Plan …

Anstieg zur Kakushöhle - Steile TreppenPlanmäßig ging es kurz nach 8 vom Parkplatz auch los. Wetter passte, Temperaturen wunderbar. Gleich zu Anfang ging es steile Treppen hinauf, was den Kreislauf so richtig in Schwung brachte.

In der Eifel kommt der Frühling später

'Frühlingswiese mit Löwenzahn und Butterblumen

Wir wanderten, nach unserem Anstieg, über ein weites Hochplateau oberhalb von Weyer und stellten fest, dass hier in der Nordeifel das Frühjahr jetzt erst beginnt. Alles, was bei uns im Rheinland schon längst verblüht ist, genoss ich hier noch einmal erneut. 2x Frühling ist besser als 1x Frühling.

Gedankenversunken

… so lief ich über die Hochfläche und habe selten so viele verschiedene Vogelgesänge gehört. (Schade, dass ich nicht alle kenne.) Es war irgendwie total meditativ. Die Gedanken kreisten um die Ruhe dort oben, um Laurin, der wirklich massiv auf unseren Touren fehlt und um das Vogelgezwitscher. Vor lauter Meditation bin ich nur gelaufen und gelaufen und gelaufen. Selbst Fotos habe ich in dieser Zeit keine gemacht. Das soll schon was heißen!

Brehberg

So richtig zu mir kam ich dann, als ich das Hinweisschild entdeckte „Gipfelkreuz Brehberg„. Suriman hatte den kleinen Pfad bereits entdeckt und war schon mal los.

BREHBERG?????  Davon hatte ich ja gar nichts gelesen in der Beschreibung von Freund Mungo. Um Gottesnamen – wo sind wir hier? Erst jetzt kam ich auf die Idee, auf mein GPS zu schauen. Und siehe da – wir befanden uns doch ein „wenig“ weiter süd-westlich, als die ursprüngliche Route es vorgab.

Infotafel am Brehberg mit Beschreibung der AussichtspunkteEgal – dann schauen wir uns mal an, was dieser Brehberg denn ist.

„Der Brehberg ist mit 525 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Punkt im Gebiet der Stadt Mechernich.“

Gut. Nachdem wir uns den steilen Pfad hochgequält hatten entdeckten wir ein Hochplateau und ein Gipfelkreuz und auf dem Weg dorthin auch einen Bombenkrater. (Dies ist in dieser Gegend ja leider ein Relikt aus unschönen Zeiten). Beim ersten Blick nicht wirklich spannend. Beim 2. Hinsehen aber dann doch. Die Fernsichten waren schon grandios.

Fernsichten vom Brehberg über das Land. Blühendes Rapsfeld

Da es von dort aus laut meinem GPS nur in noch südlichere Richtung weiterging, drehten wir hier wieder ab und gingen den steilen Berg wieder runter. Von nun an suchten wir uns per GPS einen gangbaren Weg, der uns halbwegs wieder auf die eigentliche geplante Route führen würde.

Natur pur

Auf den kommenden 3 Kilometern (bis wir den Einstieg in die geplante Route fanden) wanderten wir überwiegend über Felder oder am Waldrand entlang. Hier sahen wir tatsächlich 2 Füchse und ein paar Falken. (Leider hatte ich nur die Bridgekamera dabei, die fokussiert so träge, dass ich das nicht einfangen konnte.) Hier war auch die Stelle, an der der süße Caps mal für 2 Kilometer frei laufen durfte. Vorbildlich hörte er auf jede kleine Anweisung von mir, so dass ich zu keiner Zeit Bange haben musste, er würde sich verselbständigen.

Erst als wir wieder in den Wald einstiegen, ging seine Nase immer höher. Zeit zum Anschnallen. So ist das Leben. 🙂

Waldweg. Ein große Buche und ein grünes Feld.Wieder auf dem rechten Weg…

Nach 6 Wanderkilometern stießen wir endlich wieder auf die geplante Route. Puh! Hier entschloss ich, diese Tour nicht im Uhrzeigersinn weiter zu laufen, sondern eigentlich wieder „zurück“ zu gehen. Das in der Hoffnung, ich würde einen Querpfad finden, der uns irgendwann auf den „Rückweg“ der geplanten Route führen würde.

Warum meine Planänderung?

Wir hatten schon weit mehr als die Hälfte der angedachten Kilometer auf den Sohlen. Wenn ich ab diesem Punkt die Strecke so gewandert wäre, wie sie dann vorgesehen war, dann wären wir noch 9 weitere Kilometer unterwegs. So dachte ich 😉 hatte aber meine eigene typische Neugierde nicht berücksichtigt.

Capper (Spaniel) genießt seine SnackpauseSnackpause

So langsam wurde es schwüler und wärmer, Gewitterwolken zogen auf und wir hatten Frühstückshunger und vor allem Durst. Also rasteten wir nach 6,5 Kilometer. Hier – wie auch auf der gesamten Strecke – war das Singen und Zwitschern der Vögel unglaublich. So was – in der Intensität – habe ich selten gehört. Die Jungs (und ich auch) waren ziemlich glücklich, ein Plätzchen gefunden zu haben. Unsere Mägen knurrten – schlimmer noch – der Durst quälte. Also 20 Minuten Pause und für mich war es an der Zeit mal genauer auf das GPS zu schauen.

Nach meine Berechnungen sollten wir in 6,5 Kilometern wieder am Ausgangspunkt sein. (haha)

Ein Stück weit auf dem Römerkanal-Wanderweg

Ginsterblüte. Gelbe Blüten als Farbtupfer am Waldrand

Gipfelkreuz über dem Dorf VollmerWir kreuzten einige Wanderwege, so auch den Römerkanal-Wanderweg. Diesem folgten wir eine gute Weile durch wunderschöne Landstriche. Bezaubernd. Blühender Ginster, junges Frühlingsgrün – Vogelzwitschern…

Nach 11 Kilomtern erreichten wir die Brunnenstube bei Kallmuth. Ein Teil des alten mittelalterlichen Brunnens ist hier zu sehen.

Für die Jungs sicherlich uninteressant – für mich aber ein Foto wert. Auch hier machten wir noch einmal eine kurze Pause.

Ich dachte, dass wir ca. noch 2,5 Kilometer hätten – DACHTE ich. Irgendwie war ich aber durch meine Gedankengänge nicht wirklich in der Lage gewesen, mein GPS zu lesen. Übersehen hatte ich nämlich die vielen Schleifen, die wir noch bewältigen würden müssen. Schließlich wollten wir ja auch noch die Kakushöhle sehen!

Wir wandern auf schmalen, dicht bewachsenen Pfaden zur KakushöhleMühsame 5 Kilometer

Die letzten 5 Kilometer wurden mühsam. Nicht, weil der Weg so grottig gewesen wäre. Die Schwüle steckte uns Dreien (seufz .. ich würde lieber von uns Vieren reden) arg in den Knochen. Ein Bergauf-bergab mit schönen Aussichten, allerdings mit der Kombi aus freiem Feld (warm), der Durchquerung des Ortes Vollem (ich mag keine Orte bewandern 😉 ) und einem steilen Anstieg bis zur Kakushöhle. Das zehrte an unserer Energie.

Höhleneinstieg Kakushöhle. Die Hunde warten vor den Felsen bergab.Kakushöhle

Hätte ich von Anfang an meine Sinne zusammen gehabt, wäre ich die beabsichtigte Route gegen den Uhrzeigersinn gelaufen. Dann hätten wir das Highlight, diese fantastische Höhlenlandschaft im Naturschutzgebiet des Kartsteins am Anfang gehabt. Wären frischer gewesen, um uns das alles mit genügend Muße anzusehen.

Jetzt aber waren wir echt platt und hievten uns die Steilen Treppen und Felsen hoch und runter – ohne Energie 🙁 …

Ein Gutes hat es: Wir werden das Ganze noch einmal wiederholen. 😉

Viele Höhlen und Höhleneingänge zeugen von der Zeit, als die Neandertaler genau in diesen Höhlen gelebt haben. Unglaublich, dass wir hier ganz in der Nähe solche unglaublichen historische Orte haben. Eine lesenswerte Dokumentation bietet hier Wikipedia. Das Alter der Felsen, in dem die Kakushöhle liegt, wird auf ca. 300.000 Jahre beziffert. Wahnsinn!

K.O. nach knapp 16500 Wandermetern!

So kann es gehen, wenn man mit dem Kopf ganz woanders ist. Schlimm? Nein. Überhaupt nicht. Es war eine tolle Tour und dank GPS haben wir ja auch wieder zum Auto zurück gefunden.

Das einzige, was wirklich anstrengend war, war die aufkommende Schwüle. Die Strecke als solches mit den Steigungen, die zwar sicherlich anstrengend aber nicht extrem waren, ist absolut machbar mit unserer Kondition. Nur an die aufkommenden Temperaturen müssen wir uns noch gewöhnen.

Fazit:

Etwas chaotisch war diese Strecke. Dafür kann die Strecke aber nichts sondern mein ausgeschalteter Kopf. Die Gegend rund um die Höhle ist einfach toll. Wer Natur-pur liebt und nicht permanent irgendwelche Highlights erleben muss, kommt voll auf seine Kosten. Das Highlight schlechthin war auf jeden Fall die Kakushöhle, die wir sicherlich in absehbarer Zeit noch einmal frisch und munter inspizieren werden.

Hier die Streckendaten: