Natur und Tiere

Hausrotschwanznest … steht zum Verkauf ;-)

Hausrotschwanz Nachwuchs mit Mutter auf dem ZaunMeine Untermieter sind ausgezogen – das Hausrotschwanznest ist ab sofort leer

Ich wünsche Euch kleinen Wesen alles Glück dieser Erde, dass Ihr Eure erste Zeit gut übersteht. Eure Eltern haben alles getan … und sie tun es immer noch.

Heute war es dann soweit, keine knatternden Hausrotschwanzeltern mehr zu hören – oberhalb des Küchenfensters. Ruhe … Mein Gott – irgendwie sehr merkwürdig. Als „mitbrütende“ Mom (schließlich war das Babyzimmer ja direkt neben meinem Schlafzimmer) ;-), macht man sich erst einmal große Gedanken.

Nach 14-17 Tagen verlassen die Jungen das Nest. „Meine“ Truppe brauchte, seit ich sie das erste mal piepen hörte, genau 15 Tage.

Hausrotschwanzweibchen fliegt vom Zaun wegDie Zeit war so spannend mit „meinen“ Hausrotschwänzen

Es waren tolle Wochen. Vom Nestbau bis zum Einzug der Hausdame, die ersten Piepstöne nach dem Schlupf, das Gewusel der Altvögel, um die Jungen zu füttern.

Lernen konnte ich wahnsinnig viel.

Warum – um Himmels Willen fliegen Hausrotschwänze vor Wände? Bis ich endlich begriffen hatte, dass sie damit die Insekten gegen die Wand drücken und entweder dort schon schnappen oder aber die fallenden Tiere am Boden einsammeln.

Auch entgegen einiger Dokumentationen konnte ich nicht feststellen, dass sich die Hausherren bei der Brutaufzucht rar machen. Ja. Er ist nicht so sonderlich produktiv gewesen aber er war stets da, meistens mit Futter im Schnabel, hat aufgepasst. Allerdings prahlte er lieber mit dem Futter, als tatsächlich den Nachwuchs kontinuierlich zu füttern. Männer halt 😉

Heute sind sie nun ausgezogen – der Hausrotschwanznachwuchs

Die Alten habe ich im Garten „knattern“ gehört. Auf allen erdenklichen Ansitzen waren sie zu sehen. Andere Vögel wurden attackiert – man duldet nichts und niemanden in der Nähe des Nachwuchses. Interessant!

Von den Kleinen habe ich zunächst nichts entdeckt. Deshalb beobachtete ich eine ganze Weile die beiden Elterntiere. Während einer emsig herumflog, saß der andere irgendwo an und beobachtete die Lage. Dann wurde Wachwechsel gemacht.

Hausrotschwanzjunges auf der MauerDann … auf der Mauer … auf der Lauer  … sitzt ein kleiner Hausrotschwanz!

Mit dem Geknattere haben sich die Alten dann doch verraten. Sie führten mich direkt mit den Blicken auf die kleine Mauer. Hier konnte ich beobachten, wie sich einer der Jungvögel hüpfend über Altgras, was ich dort lagerte und einem alten Baustumpf  sich auf die Mauer hiefte. Hier wurde es von einer aufgeregt „knatternden“ Mammi sofort begrüßt.

Und justamente sah ich auf dem Zaun vis a vis den 2. Jungvogel hocken. Der versuchte sich dann mit Flugversuchen. Zucker! Wahnsinnig schön … wenn auch nicht halbwegs so elegant, wie seine Eltern das können. Aber gut Ding will Weile haben.

Den 3. Zwerg habe ich nicht gesehen. Ich hoffe, dass auch er den Fall aus dem Nest überlebt habt. Also, dass keine Katze auf ihn wartete.

Ob ich die 3 noch einmal sehen werde? Ich weiß es nicht. Vielleicht habe ich morgen noch einmal die Chance. Aber sie werden sicherlich recht schnell richtig flügge. Nachdem ich die ersten Flugversuche mit ansehen konnte bin ich mir sicher, dass sie recht bald kleinere Strecken überwinden und entsprechend hier und dort sein werden.

Hausrotschwanzweibchen auf BeuteflugDie Hausrotschwanz – Eltern sind im Hochstress

Nicht nur, dass die beiden Hausrotschwänze den Nachmittag mit Ansitzwachen und Rundflügen sicherlich Unermessliches geleistet haben. Es geht weiter. Vorhin – es war schon dunkel – flog das Weibchen immer noch umher. Es war, als würde es die Kleinen suchen. Das Nest steuerte sie nicht mehr an, aber – anders als am Nachmittag – hielt sie sich extrem viel in der Nähe des Nestes auf.

Und … sie provozierte die Katze, die am Fenster gegenüber, das Treiben beobachtete. Haarscharf flog sie an der Katze vorbei. Ich denke, dass das ein Ablenkungsmanöver war.

Ich kann nicht viel tun, außer zu wünschen, dass die 3 Kleinen ihre ersten Tage da draußen gut überstehen werden.

Meine Daumen jedenfalls sind gedrückt!

Soweit ich weiß, sind Hausrotschwänze „Wiederkehrer“. Wer weiß, vielleicht habe ich ja demnächst das Glück, wieder eine werdende Jungfamilie bei der Aufzucht der Jungen begleiten zu dürfen. Wer weiß….