Natur und Tiere

Hausrotschwänze – es piepst unterm Dach

Hausrotschwanz-Weibchen mit Wurm im Schnablel fliegt das Nest anHausrotschwänze – Tagebuch einer jungen Vogelfamilie

Seit dem 15. April beobachte ich den Werdegang einer Hausrotschwanzfamilie.

Unter meinem Dachüberhang, quasi direkt neben meinem Bett im Schlafzimmer, entstand nach und nach ein Nest, in dem es mittlerweile eifrig piept.

Das Nest des Hausrotschwanzes unter dem Dachüberhang.Hausrotschwanzmännchen baut ein Eigenheim

Ab dem 15. April konnte ich ein fleißiges Hausrotschwanzmännchen beobachten, was emsig damit beschäftigt war, ein Eigenheim, direkt neben meinem Schlafzimmer, zu bauen. Tagelang sah ich den dunklen schönen Mann mit dem wunderbaren rot-orangefarbenen Schwanz in einer Tour Nestmaterial heranzukarren.

Von einem Hausrotschwanzweibchen war bis dato noch keine Spur zu sehen. Ob sich seine Bemühungen wohl auszahlen würden?

Sichtung des Hausrotschwanzweibchen

Am 29. April sah ich das erste Mal seine Auserwählte. Die Geschlechter der Hausrotschwänze sind leicht auszumachen. Er trägt eine helle Haube und ist bauchseitig schwarz, während sie durchweg braun ist. Lediglich von hinten ist es schwer, sie auseinander zu halten. Die Schwänze sind wunderschön orange-rot.

Jedenfalls sah ich die neue Hausdame, konnte sie aber leider nicht fotografieren. Fürchterlich hektisch und zeternd kümmerte sie sich um die Innengestaltung des Eigenheims. Es war für mich unmöglich, nur Ansatzweise ein Foto zu schießen.

Hausrotschwanz Weibchen mit Raupe im Schnabl auf der RegenrinneEr beobachte seine Auserwählte – ebenso zeternd und „knatternd“ – vom gegenüberliegenden Hausdach. Lediglich sporadisch optimierte er noch die Außenfassade seines Nestes.

Am 1. Mai konnte ich dann endlich das ersehnte erste Foto von der Hausdame machen.

Ich gehe davon aus, dass sie zu dieser Zeit bereits längst ihre Eier gelegt hatte, denn schon ein paar Tage später hörte ich das „Wunder“.

Die Brutzeit wird mit 12-14 Tagen angegeben. Also wird „sie“ bereits viel früher eingezogen sein, ohne von mir entdeckt zu werden. 🙂 Clever!

Die Hausrotschwanz-Babys sind da

Hausrotschwanz Weibchen beim Füttern der JungenAm 5. Mai beobachte ich ein reges Treiben rund um das Hausrotschwanz-Nest. Beide Elternteile flogen mehr oder weniger im Minutentakt das Nest an. Immer mit Beute im Schnabel. Die ersten kleinen leisen Stimmchen waren zu hören.

Ach wie schön ist das denn?

Er ist Showman – sie ist für bunte Wäsche zuständig

Hausrotschwanzweibchen guckt nach oben mit Wurm im SchnablIch gebe zu – die Stunden, die ich in meiner Freizeit damit verbringe, das Hausrotschwanz-Ehepaar zu beobachten – führen dazu, dass einigermaßen viel liegenbleibt. Jede freie Minute sitze ich im Hof, am Küchenfenster oder sonst wo, um dem Treiben beizuwohnen.

Ganz schön bescheuert, wenn man Mittagspausen dazu verwendet, auf zeternde Vogeleltern und ein Nest zu beobachten. Aber mich entspannt es und macht mich glücklich! Solange mein Brötchenverdienst darunter nicht leidet und die Hunde auch zu ihrem Recht kommen, können mich alle für „bescheuert“ halten. Ich stehe dazu! 🙂

Hausrotschwanzmännchen fliegt mit Futter über den Hof.Und so stelle ich fest, dass er doch ein kleiner Showman und Depp ist. Zwar ist das Männchen häufig anzutreffen mit fetter Beute im Schnabel. Allerdings trifft er das Nest nicht immer zielgenau – zetert, meckert und fliegt halt mit dem Nachwuchsfutter planlos durch die Gegend.

Während dessen hat sie das Nest 4-5 mal angesteuert und die Jungen versorgt. Zielgerichtet, effizient und pfeilschnell.

Wie wird es weitergehen bei den Hausrotschwänzen?

In einem oder zwei weiteren Blogs werde ich von den Beutezeugen, der Art, wie diese wunderbaren Hausrotschwänze Insekten fangen und vor allem, wie es weitergeht, wenn die Kleinen ihr Nest verlassen, berichten.

Ein wenig Angst habe ich schon. Denn in dem Moment, wo die Jungen das Nest verlassen, wird es kritisch. Wir haben hier sehr viele Katzen, die extrem aufmerksam das Treiben verfolgen. So wird es eine Zeit, die mir persönlich Bauchschmerzen bereitet. So lange, bis die Jungen richtig fliegen können.

Weitere Informationen zu Hausrotschwänzen bei der Nabu. Viele Dinge habe ich allerdings etwas anders beobachtet.