Wandern

Tapetenwechsel … raus in die Natur | Die Baybachklamm

Felsen mit SicherungsseilenOstern – und trübe Stimmung, das geht nicht. Also verordnete ich uns einen Tapetenwechsel.

Eine kleine Reise in die Baybachklamm

Kennt Ihr das, wenn man spontan das Gefühl hat, es muss jetzt und sofort was passieren?

So ging es mir am Samstagvormittag. Ich wäre fast durchgedreht, denn meine Gedanken wollten nicht aufhören zu kreisen.

Kurzerhand habe ich das Auto umgebaut. Hundebox raus, altes Heckgitter rein. Damit habe ich uns ein „Wohnmobil“ der winzigen Art geschaffen. Zum Schlafen sollte es wohl reichen.

Rucksack gepackt, Futter eingepackt und was man sonst so braucht, um eine Nacht im Auto zu überstehen. Um 20 Uhr fuhren wir dann in den Hunsrück mit dem Ziel „Baybachklamm“.

Nicht wissend, was uns erwartet – irgendwie ein kleines Abenteuer

Eigentlich wusste ich nur, dass wir irgendwo auf einem Waldparkplatz nächtigen würden, um morgens in aller Hergottsfrühe unsere Wanderung zu starten.

Schon ein wenig gaga. Wir 3 kamen also gegen 22 Uhr im Wald an. Klar – es war schon mächtig düster, aber Dank Taschenlampe konnte ich unser kleines Nächtigungsdomzil herrichten. Kurze Pipirunde mit den Jungs gegangen, sie noch mal gewässert und dann rein in den Schlafsack.

Fremde Geräusche und gutes Gefühl

Anders als die Eingeweihten, die kurzfristig mitgeteilt bekamen, wo wir uns aufhalten würden, hatte ich keinerlei Angst. Spannend ja, das war es schon – aber Bange … nein.

Wir machten es uns gemütlich. Kuschelig war es ja, 2 Hunde und ein Mensch im „Kofferraum“, da wird es nicht kalt.

Die Sonne zeigt sich durch die BäumeHin und wieder die „Schreie“, also das Schrecken des Rehwildes. Das ging durch Mark und Bein. Ab und an huschte mal irgendwas an unserem Domizil vorbei. Das war es aber auch. Geschlafen haben wir 3 ziemlich gut – und länger, als gedacht. Statt um 5.30 h loszuwandern, standen wir erst um diese Zeit auf. Das soll schon was heißen.

Der Morgen begann mit einem super Monduntergang und dezenter Morgenröte hinter den Bäumen. Grandios.

Die Baybachklamm und der Weg dorthin

Wir starten quasi aus dem Auto in den Wald. Keine 15 Minuten später hörten wir wieder das Rehwild schreien. Warum? 2 Rudel Wildschweine zogen ihre Kreise. Das fanden die Rehe wohl nicht nett.

Capper, Suri und ich warteten erst einmal ab, bis sich die Lage etwas beruhigte und ich keine Schweine mehr sichten konnte. Dann zogen wir weiter. Davon abgesehen: Sowohl Schweine als auch die schreckenden Rehe hatten wir in den Morgenstunden so einige Male.

Felsige schmale Pfade auf dem Weg zum BaybachtalDie gesamte Strecke bis zur Klamm selber war wunderbar zu laufen.

Kleine Pfade, allerdings immer schön bergauf-bergab, so dass ich auch in der morgendlichen Kühle heftig ins Schwitzen kam.

Nach 3 Kilometern erreichten wir das Baybachtal

Capper im BaybachUnd somit wanderten wir durch die Klamm, mit allen Herausforderungen, die sie so zu bieten hatte.

Klar, das viele Wasser war ganz nach dem Geschmack von Caps und Suri. (Ich hätte gar nicht so viel Wasser mitschleppen brauchen. Aber man weiß ja nie…)

Große Felsen

Allerdings gab es auch einige Passagen, bei denen klettern angesagt war. Das heißt, Caps erwies sich als Bergziege und hatte keinerlei Probleme, die teilweise recht hohen Felsen hochzuklettern/ -springen. Manchmal wurde mir etwas Bange, wenn ich ihn dabei beobachtete. Aber irgendwie war er stets trittsicher und aufmerksam.

Der Suriman brauchte hier und da tatkräftige Unterstützung durch mich. An 2 Kletterpassagen musste ich ihn seilen, da ich nicht in der Lage bin, einen 30-Kilo-Hund mal eben einen Felsen hochzuhiefen. Aber wir 2 haben das prima hingekriegt. 🙂

Höhlen am Baybach

Höhlen im Baybachtal und mächtige FelsenJede Menge Höhlen fanden wir vor. Diese sind Überbleibsel aus der Zeit, als der Hunsrück-Schiefer abgebaut wurde. Heute haben hier die Fledermäuse ihr Domizil.

Das sind schon Wahnsinnsbilder: Tiefe Höhlen und die massigen Felsen. Hat was. Als Mensch kommt man sich wirklich klein und unbedeutend vor, wenn man so davor steht.

Frühstück am Bach

Rastplatz in der Wanderpause am BaybachIrgendwann, nach ca. 6,5 Kilometern knurrte mir der Magen. Nach den Klettereien und dem Auf und Ab wurde es Zeit, etwas zu frühstücken. Suri fand leider keine Snackhütte aber in einer Schlucht direkt am Baybach fanden wir eine wunderschöne Stelle. Perfekt. Vogelgezwitscher, Wasserplätschern, knackende Bäume. Caps fand es großartig, dass er zwischen Snack und Lustkugeln sich auch nach Belieben die Füße abkühlen konnte. Selbst Suri pendelte stets zwischen Liegen, Ausruhen und Fußbad hin und her.

Weiter auf felsigen Pfaden hinaus aus dem Tal

Ein Stück weit liefen wir noch halb wandernd, halb kletternd am Baybach entlang, um dann das Tal in Richtung Heyweiler bzw. die Hochfläche bei Heyweiler zu verlassen. Schnaufend bergauf … und es wurde nun auch immer wärmer.

 

Oben angekommen, mussten wir noch mal eine kurze Wasserpause einlegen, um dann die letzten Kilometer zu unserem Mini-Camper anzugreifen.

Zurück und glücklich!

Gegen 11 Uhr erreichten wir unser Mini-Mobil. Glücklich, müde und verschwitzt.

Ich glaube, es war eine der besten Entscheidungen, die ich für das lange Osterwochenende treffen konnte.

  • kein Trübsal aufkommen zu lassen, sondern was Verrücktes machen
  • Wandern, wenn niemand unterwegs ist. Der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm…
  • eine Nacht in der Natur bewirkt Wunder und ist besser als 3 Wochen Strandurlaub (zumindest für mich)

Fazit zur Traumschleife Baybachklamm

Eine wundervolle Tour, mit dem gewissen Reiz, wenn man sich früh aus dem Bettchen schält. Dann kann man die Natur wirklich uneingeschränkt genießen.

Auch wenn die Traumschleife Ehrbachklamm spektakulärer ist, gefällt mir das Baybachtal ebenso gut. Es ist anders – aber nicht minder herrlich.

Also – absolut empfehlenswert!

Hier die Streckendaten: