Wandern

Das Murscher Eselsche hat uns vorgeführt

Skulptur Murscher Eselsche im Hunsrück
Hinweis auf das Murscher Eselsche

Endlich Frühling … Wetter genießen und raus in die Welt!

Hunsrück – Murscher Eselsche

Wenn das Wetter verspricht, bombastisch zu werden, wird aus einem Frühaufsteher ein Super-Frühaufsteher. Um 6.30 h bereits waren wir auf dem Highway Richtung Hunsrück.

Die frühen Stunden haben immer den Vorteil, dass man die schönsten Momente am Morgen live und in Farbe mitbekommt 🙂

Sonnenaufgang im Hunsrück

Wanderstart bei frostigen Graden

Tal im Nebel bei aufgehender SonneAm Wanderparkplatz an der Jakob-Kneip-Eiche am Dorfrand von Morshausen starteten wir unsere etwas abgewandelte Traumschleife Murscher Eselsche. Abgewandelt deswegen, da ich es überhaupt nicht mag, durch irgendwelche Orte zu wandern. Schon gar nicht, gleich zum Start einer Tour, wenn die Hunde noch taufrisch und voller Tatendrang sind.

So kürzte ich die Tour um knapp 2 Kilometer. Das sollte reichen, denn ich hatte vor kurzem ein Knieproblem und der Suriman war erst kürzlich von seiner Physio wieder in „Form“ gebracht worden. Also – nichts übertreiben! 9 Kilometer, mit einem richtig knackigen Kraxelaufstieg mittendrin, ist dann schon reichlich.

Suri auf frostigem BodenGut gelaunt und voller Tatendrang starteten wir bei unter null Grad. Ganz schön frostig! 🙂

Ein Stückchen ging es durch den Wald, um eine kurze Weile später auf einer auf eine freie Bergkuppe zu über eine Wiese zu laufen. Hier sahen wir die Sonne und nebelbedeckte Talmulden. Herrlich.

Skulptur Murscher EselscheAls Einstieg in die Traumschleife passierten wir die Skulptur des Murscher Eselsche. (Das Murscher Eselsche ist allerdings eigentlich ein markanter Felsvorsprung, den wir einige Kilometer weiter dann auch erklettern würden.)

Dieses Skulptur jedoch brachte zunächst die Jungs völlig aus der Fassung. Wie kann da ein Esel einfach so um Feld stehen. Unglaublich. 😉

Das kleine Dilemma mit großer Auswirkung

Nachdem wir über die Bergkuppe gewandert waren – jetzt in der Morgensonne und bester Luft –  standen wir vor einem Problem. Der Weg war gesperrt. Wegen Holzfällerarbeiten durfte dieser nicht begangen werden. Grmpf. (Ich Depp hätte vielleicht vorher mal nachsehen sollen. Aber wer denkt an so was, wenn man darauf brennt, eine schöne Wanderung zu unternehmen?)

Also wurde erstmal das GPS befragt. Wo finden wir einen passenden Einstieg? Okay … wieder zurück marsch-marsch … einen Weg gesucht, der uns wieder in die Richtung der Traumschleife bringen würde. Und so fanden wir dann auch die Traumschleife und den Saar-Hunsrück-Steig. Liefen den allerdings jetzt in der entgegengesetzten Richtung. Shit happens … was soll’s? (Das wurde mir dann ein paar Stunden später klar 😉 )

quer durch den WaldDurch den Wald zum Murscher Eselsche

Die Route führte uns über prima Naturpfade durch den Wald zu wunderschönen Aussichtspunkten. Genau so, wie wir es lieben.

Nach ca. 4,5 Kilometern erreichten wir das Murscher Eselsche.

 

Das hatte es in sich. Schroffe Felsen, steil bergab. Wären wir – wie geplant – anders herum gelaufen, hätten wir das hinaufklettern müssen. Das wäre mir lieber gewesen. Denn steil und schroff bergab mit den Zugspaniels ist immer sehr kräftezehrend. Zum Glück lassen sie sich aber gut führen. Dennoch – auf solchen Passagen muss ich sowohl den Untergrund, meine Füße UND die Jungs gut im Blick haben.

Murscher Eselsche Blick vo untenNach dem Abstieg wanderten wir auf relativ leicht zu laufenden Wegen bergauf-bergab durch den Wald. Begutachteten nochmals den zuvor gemeisterten Felsen aus anderer Perspektive und fanden nach 6 Kilometern Strecke einen schönen Rastplatz mitten im Wald.

Snackpause mit Spechtklopfen

Nicht nur, dass es herrlich ist, so mitten im Wald zu sitzen und zu frühstücken. An diesem Morgen waren die Vögel besonders munter. Vermutlich Frühlingsgefühle … was auch immer. Besonders auffällig waren die Spechte, die wie wild zu klopfen anfingen. Mal direkt über uns, mal ein paar Meter neben uns … überall klopfte es. Vielleicht frühstücken die auch lieber in Gesellschaft? 😉 Ich weiß es nicht.

Capper im Wasser
Caps & Wasser

Wasser – Wald – Wiesen – Sonnenschein

Nach der Pause ging es bergab weiterhin auf Waldpfaden. Unten angekommen überquerten wir den Baybach, der die Hunde natürlich zum plantschen einlud.

Erzstollen TherasiaDanach folgten wir dem Traumpfad in Richtung Erzgrube Theresia. Hier wurde von 1859 bis 1886 Erz abgebaut. Wir sahen den Zugang zum Stollen.

Weiter ging es ein Stück weit über Felder, vorbei an Forellenteichen, um dann wieder in den Wald einzutauchen.

Und dann kam das Unvermeidliche

Knapp 10 Kilometer lagen bereits hinter uns. (Geplant waren ja eigentlich nur 9 Kilometer.) Nun standen wir wieder vor dem Stück, was für uns unpassierbar war. Holzfällerarbeiten! Und nun?

GPS befragt: Dort sah ich einen Pfad, der uns mit einem kleinen Umweg zum Ausgangspunkt zurückbringen könnte. Könnte…. leider stellte sich heraus, das dieser Pfad zwar existierte, aber unbegehbar zugewuchert war. Also zurück und wieder geschaut, was noch zu machen ist. Ich wollte auf keinen Fall den ganzen Weg wieder zurück laufen.

Also rechnete ich und kam zur Entscheidung, dass wir um den „Holzfäller-Arbeiten-Berg“ komplett herumwandern mussten. Stetig bergauf. Landen würden wir dann irgendwo nördlich von Morshausen (unserem Ausgangspunkt).

Dieser Umweg brachte uns weitere gute 5,5 Kilometer auf die Schuhsohlen. Mittlerweile waren die Temperaturen arg geklettert. Das waren weder die Hunde noch ich gewohnt. Schließlich hatten wir vor ein paar Tagen noch echten Winter gehabt. So wurde das ganze recht anstrengend.

Auf einer Wiese mussten wir noch einmal pausieren. Mittlerweile waren wir bei Kilometer 13 angelangt. Wir alle 4 waren echt geschafft. Eine Pause sollte uns gut tun. Suri legte sich, nachdem er einen Snack zu sich genommen und etwas getrunken hatte, flach auf die Seite und pennte ein. Selbst Laurinchen, der Pausen üblicherweise mega überflüssig fand, lag neben mir, snackte ein paar Kekse und gab keinen Ton von sich. Caps ist zwar immer brav auf Pausen, aber auch er machte einen ziemlich müden Eindruck. Also verweilten wir eine Weile länger.

„Land“ in Sicht!

Wir rafften uns nach knapp 30 Minuten wieder auf. Die Richtung stimmte schon – Morshausen war zu sehen. Allerdings war da noch ein Wald zwischen uns, den wir irgendwie kräftschonend umwandern mussten. Also noch mal talwärts, dann wieder über eine Bergkuppe … und dann war Morschhausen fast greifbar.

Mannomann … irgendwie fiel mir ein Stein vom Herzen, dass wir es nun bald geschafft haben sollten.

Und richtig .. noch einmal durch einen Wald und wir stießen auf unseren „Eingangsweg“. Noch 5 Minuten … und YEAH … das Auto steht da! Wir haben es geschafft.

Eigentlich sind knapp 16 Kilometer nicht mehr die große Welt für uns. Eigentlich! Nur kamen gestern tatsächlich viele Faktoren zusammen. Ersteinmal Suri Knochen, die erst vor Kurzem wieder „sortiert“ wurden. Meine Schleimbeutelentzündung im Knie, die erst vor kurzem wieder gut war. (Suri und mein Knie haben die Tour bestens überstanden!) Und dann die doch ungewohnten Frühlingstemperaturen, die man nicht unterschätzen soll.

Fazit:

Bis auf den Fauxpas mit den Holzfällerarbeiten (meine Schuld!) war es eine schöne Route. Uns hat sie viel Spaß gemacht, auch wenn es sicherlich in der Gegend Touren mit mehr WOW-Effekten gibt. Für uns war sie perfekt und war – bis auf den Umweg – genau das, was wir für den Tag wollten. Eine Route mit kleinen Herausforderungen, schöner Landschaft und Naturpfaden.

Hier die Tourendaten: