Wandern

Koberner Burgpfad an der Mosel – unsere Urlaubsabschiedstour

Herrjeh – manchmal – auch wenn ich so schrecklich gerne früh unterwegs bin – manchmal gibt es Tage, da zieht einen das Bettchen quasi zurück. 😉 Bleib hier – bleib hier! So irgendwie schien es mich morgens um 5 Uhr anzuschreien.

Aber nein – Kneifen geht nicht! Los raus aus den Federn!

Auf zum Koberner Burgpfad!

Ganz ehrlich – der Kampf gegen das Bett hat sich so was von gelohnt 🙂 ! Es war wieder einmal eine Wanderung, die uns schwer begeistert hat. Eine gute Mischung aus Pfaden, bergauf-, bergab. Und manchmal auch heftig anstrengend. Hin und wieder auch ein paar Wege, die recht einfach zu laufen waren – quasi zum Durchschnaufen. Und dazu eine gelungene Kombination aus Sehenswertem und wunderbarer Naturschauspielen.

Wir nehmen Rücksicht

Unsere Wanderung begann nicht, wie in der Beschreibung vorgeschlagen, in Kobern-Gondorf. Wenn es geht, vermeide ich den Start irgendwo in einem Dorf. Aus Rücksicht auf die Menschen, die dort vermutlich morgens gerne schlafen und nicht von Capper geweckt werden möchten 😉

Wir begannen auf einem stillen Wanderparkplatz in der Nähe von Wolken. Erstens, hatten wir dann erst einmal etwas zu Laufen (ca. 5-6 Kilometer), bis wir das erste Highlights, die Matthiaskapelle und die Ruine Niederburg, erreichen würden. Es ist immer schön, wenn sich solche Punkte nicht direkt am Anfang oder erst am Ende auftun.

Die Wanderung begann also mitten im Wald und schon bald befanden wir uns auf Pfaden, die wir so lieben. Schon bald entdeckte Suri über dem Bachlauf, der unseren Weg säumte, eine Brücke. Klar, da musste er drüber. Und hier stand eine Kreuzwegstation und ein Pult. Ich gehe davon aus, dass hier ab und an ein Gottesdienst abgehalten wird. Mitten im Wald…. Wirklich toll.

Ein wirklich hübsches Areal, mit viel Wasser und einer Suri-Snackhütte 😉
Margarethenbrunnen

Nur 10 Minuten weiter kamen wir an den  Margarethenbrunnen. Hier findet man neben dem Sauerbrunnen eine weitere natürliche Mineralquelle vor. Ein schöner Ort zum Verweilen – eigentlich – aber irgendwie war es für eine Pause noch zu früh.

Nachdem wir uns alles angesehen hatten, führte uns ein Weg, ziemlich anstrengend zu laufen, da felsig, schmal und steil immer wieder auf- und abwärts. Nun sollten wir noch 2-3 Kilometer vor uns haben, um die Matthiaskapelle und kurz darauf die Niederburg zu erreichen.

Bis dahin genossen wir einfach die morgendliche Waldatmosphäre.

Matthiaskapelle

Die letzten Meter zur Matthiaskapelle und der Hochburg musste ich mich bergab „quälen“. Bergab ist mit gut gelaunten Spaniels im Zug nicht immer ganz angenehm 😉

Eigentlich schade, dass wir so früh waren, und uns die Kapelle, die wirklich ein Juwel sein soll, nicht ansehen konnten.

Ihre Geschichte reicht bis in die Jahre um 1220 zurück. Man sagt, die Kapelle wäre damals als Aufbewahrungsort für eine kostbare Reliquie errichtet worden. Denn ein Ritter Heinrich II. von Isenburg-Kobern habe das Haupt des Apostels Matthias vom Kreuzzug nach Damiette um 1221 an die Mosel gebracht. Mehr nachzulesen hier

 

Blick auf die Niederburg und die Mosel von der Matthiaskapelle aus.

Weiter bergab führte uns die Route zur Niederburg, auf der wir auch unsere erste Rast einlegen wollten. Allerdings war der Pfad zur Burg gar nicht so leicht zu laufen. Auch wenn es zunächst – aufgrund des Kreuzwegs mit den Stationen – so aussah. Nein. Es war verdammt steil und verdammt felsig. Aber wir haben das ganz gut hinbekommen 😉

Und dann erreichten wir unseren „Rastplatz“, die Niederburg.

Die Burg wurde in der Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet. Erstmals erwähnt wird sie 1195, als der damalige Burgherr sie dem Trierer Erzbischof als Lehen auftrug. Die Herren von Isenburg-Kobern starben im 13. Jahrhundert in weiblicher Linie aus. Über die Erbtochter Cecilia gelangten die Koberner Burgen mit der Herrschaft an Friedrich II. von Neuerburg (eine Seitenlinie der Grafen von Vianden). 1309 starb auch diese Linie in männlicher Linie aus. Danach wurde Burg und Herrschaft an den Trierer Erzbischof verkauft. Im Jahr 1688 wurde die Burg zerstört. (Quelle Wikipedia)

Die Niederburg

Hier hielten wir uns gute 40 Minuten auf. Trinken mussten wir dringend etwas, gegen ein Frühstück hatten wir alle Vier auch nichts einzuwenden. Und klar – ich musste die alten Mauerreste begutachten. Suri, die neugierige Socke, musste auch seine Nase ebenfalls überall hineinstecken. Mir rutschte dabei manchmal das Herz in die Hose. Der Bub wird einfach zu mutig.

Verschweigen will ich nicht, dass ich hier einige 100 Bilder verbraten habe. Alleine die Turmfalken und die Wildtauben – ein super Schauspiel. Wobei ich leider keine wirklich guten Falkenbilder hinbekommen habe. 🙁

 

Nun führte uns der Weg nach Kobern-Gondorf. (Hier wäre der eigentliche Startpunkt gewesen.) Der Weg bergab war steil – AGRR – und die Spaniels waren mächtig ausgeruht. Aber … wir sind heile unten angekommen. Ein kleines Stück ging es durch das wunderschöne Örtchen, um dann sofort wieder in den Wald einzutauchen. Der Weg führte uns nun stetig bergan.

Nachdem wir Gondorf komplett hinter uns gelassen hatten, bewunderten wir herrliche brachliegende Wiesen mit wahnsinnig schönen Wildblumen. Schmetterlinge, die man leider nur noch so selten zu Gesicht bekommt, flatterten hier zu Hauf. Wunder-wunderschön!

Es ging ein Stück durch die Weinberge und wir erhaschten nochmals einen Blick auf die Mosel.

Eine von vielen Stegen im Keverbachtal
Keverbachtal

Fast 10 Kilometer hatten wir auf den Sohlen, als wir das Keverbachtal erreichten. Hier läuft man durch den Wald (fast urwaldgleich) immer am Keverbach und diversen Quellen vorbei. Paradiesische 2,5 Kilometer für die Hunde, die immer und immer wieder ins Wasser huschten. Hier konnte ich tatsächlich die Spaniels auch mal von den Leinen lassen, da das Wasser doch so eine magische Anziehungskraft hat, dass sie sehr gut zu kontrollieren waren.

Fein und interessant waren die vielen kleinen Brücken und Bohlen, die uns Menschen über die Bäche führen sollen. (Die Hunde planschen natürlich lieber durchs Wasser…)

Ein wirklich traumhaftes Eckchen, das Keverbachtal. Empfehlenswert! Absolut.

Nach etwas über 12 Kilometern verließen wir das traumhafte Tal. Nun folgte ein Stück über Wiesen und Felder. Dieses Stück wird in den Rezensionen als langweilig beschrieben. Ich fand es nicht – und die Hunde schon gar nicht. Wir erhaschten auch noch mal einen Blick auf die Matthiaskapelle und wundern uns immer, wie weit es aussieht – und was man so an einem Tag schafft….

Einzig, dass nun auf Mittag zuging und der große gelbe Stern doch mächtig schien, ließ es anstrengend werden. Gut nur, dass ein schöner Wind ging. So konnten wir es aushalten. Aber zugegeben – ich war auch müde. Und die Jungs ebenfalls ein wenig. Also machten wir am Feldrand abermals eine Pause und ließen es uns gut gehen.

Kurz bevor wir nach 3 Kilometern kräftezehrendem Sonnentraining wieder in den Wald eintauchten, hatte ich noch einen Disput mit dem Suriman. Etwa 300 Meter führte der Weg neben einer Landstraße her. Aber grundsätzlich schön zu gehen, da es gemähte Wiese war. Trotzdem nahm Suri postwendend kurz auf die Landstraße und ignorierte mein Rufen ganz und gar. Da war ich – erstmals – echt von dieser Sturheit „angepisst“. 😉 Zumal gerade in dem Augenblick auch ein Auto anrollte. (Was dort nicht oft der Fall ist….)

Im Wald – auf den letzten Kilometern vor dem Ziel – kam die Erholungsphase. Ein breiter, ausgebauter, dennoch gut zu gehender Weg führt uns langsam aber sicher zum Ausgangspunkt zurück. Auf dieser Strecke hatten wir extrem viele Schmetterlinge. Weiße, blaue, rote,  irgendwie alles, was wir bei uns nicht mehr zu sehen bekommen. Von daher … auch ein solcher Weg hat – zumal, wenn er am Ende der großen Strecke liegt – echt etwas richtig Gutes an sich!

Fazit:

18 absolut lohnenswerte Kilometer. Nicht nur ich – sondern auch die Fellnasen – haben jede Minuten genossen. Eine schöne Mischung aus Pfadanteilen, Sehenswertem und auch kleine Passagen zum Durchpusten. Wirklich – absolut toll, wenn auch aufgrund der Länge, anstrengend.

Unsere Tourendaten: