Wandern

Auf dem Urwaldsteig und dem Ederhöhenweg unterwegs

2 Tage nach unserer Einstiegswanderung zum Wüstegarten nahmen wir unsere längste Wanderung, von guten 17 Kilometern, in Angriff.

Der Urwaldsteig

Der Urwaldsteig ist im Ederbergland (im Nationalpark Kellerwald) eine 68 Kilometer lange Route, die größtenteils auf urwüchsigen Pfaden an den Steilhängen rund um den Edersee führt. Im vergangenen Jahr hatten wir ebenfalls eine Teilstrecke bewandert. In diesem Jahr hatte ich uns eine Route gebastelt, die am Naturpark-Zentrum Kellerwald in Schmittlotheim beginnen sollte.

Es sollte eine Kombination werden, die uns auf dem ersten Teil der Strecke über den Urwaldsteig und auf dem zweiten Teil der Strecke über den Ederhöhenweg wieder zurückbringen sollte.

Wie üblich, schälten wir uns um 5 Uhr aus dem Zelt, bereiteten ein kleines Frühstück vor und fuhren dann zum Startpunkt. Diesen zu finden war gar nicht so einfach, weil der kleine Wanderparkplatz irgendwo mitten in den Bergen lag, so, dass uns die Handynavigation nicht hinführen konnte. (Netzempfang in den Wälder halt Null-Komma-Null). Also fuhren wir nur mit der GPS-Ortung auf wilden kleinen Feld- und Waldwegen und trafen dann um halb 7 am geplanten Startpunkt ein.

Auch wenn die Sonne bereits über den Baumwipfeln hervorlugte. Im Wald, in den wir sofort eintauchten, war es noch wirklich düster.

Der Weg führte uns etwa einen Kilometer auf einem breiten Wanderweg. Dann ging es hinaus in eine kleine Lichtung und von hier aus stiegen wir in den Urwaldsteig ein.

Wie schon erwähnt, ist der Urwaldsteig größtenteils naturbelassen. Es kommt schon mal vor, dass man über umgestürzte Bäume klettern muss oder auf einmal steil auf- oder abwärts klettert. Das gepaart mit den typischen Geräuschen des Waldes, von Bächen und natürlich von den Waldbewohnern – HERRLICH!

Zwischendurch erhaschten wir einen Blick auf den Edersee, der einige Meter unter uns lag. Allerdings nur dort, wo die Bäume uns Sicht gewährten. Bis wir allerdings so nahe ans Wasser kamen, dass die Jungs schwimmen konnten, sollte noch eine Weile vergehen, denn dazu mussten wir uns zunächst bergauf und dann natürlich wieder begab, bis zum Wasser abmühen.

Der Edersee hat sehr viele Nebenarme und Buchten. Unsere Route führte uns an einem wirklich  stillen Nebenarm entlang. Kristallklares Wasser, in dem wir die Fische gut sehen konnten. Vereinzelt paddelte ein Angler mitten auf dem See – ansonsten hatten wir keinen Menschenkontakt 🙂

Ein herrliches Fleckchen zum Ausruhen und Pausieren. Im Banfetal.

Nach insgesamt knapp 9 Kilometern, wir waren etwas über die Hälfte der Strecke gelaufen, gönnten wir uns am Forsthäuschen (Forsthaus Banfetal), mitten im Wald in einer Auenlandschaft, eine längere Pause. Hier fließt das Bächlein Banfe, einer der vielen kleinen Zuflüsse, die in den Edersee münden. (Ein Paradies für Wasservögel.)

Wir merkten alle, dass wir schon einiges auf unseren Sohlen abgerissen hatten. Auch wenn es im Wald relativ kühl war und ein leichter Wind das Ganze wirklich angenehm gestaltete. Trotzdem sind 20 Grad und mehr halt 20 Grad und mehr 😉 .

Nachdem wir uns gestärkt und ein wenig ausgeruht hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Jetzt ging es überwiegend über den Ederhöhenweg. Auf ein paar kleinen Abschnitten passierten wir jedoch auch noch Teile des Urwaldsteiges.

Ederhöhenweg

Ausblick vom Ederhöhenweg auf den Edersee und das Ederbergland.

Der Ederhöhenweg ist ein 234 km langer Fernwanderweg entlang der Eder in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Unsere Passage führte uns weit oberhalb des Edersees, teils auf gut ausgebauten, jedoch angenehm zu laufenden Wegen, teils auf Naturpfaden. Diese waren jedoch nicht ganz so urwüchsig, wie man sie auf dem Urwaldsteig vorfindet.

Insgesamt anspruchsvoll, aber längst nicht so anstrengend wie der Urwaldsteig. Es war wohl eine clevere Entscheidung, den Urwaldsteig an den Anfang der Tour zu legen. 😉

Auch wenn wir weiterhin durch den Wald stapften, nun waren wir doch alle von der Wärme und der Anstrengung erschöpft. Entsprechend legten wir nach Kilometer 11,5 an einer Bachmündung, nach Kilometer 13 (zuvor hatten wir einen saftigen Anstieg bewältigt) und nach 15,5 Kilometer nochmals kurze Pausen ein.

Kurze Pause nach dem knackigen Anstieg. Auf knapp 1000 Längenmeter – Meter 150 Höhenmeter.

Uns hetzte ja nichts und niemand und so nahmen die Jungs dankend Wasser und Minisnacks an. So stellte ich sicher, dass sie alle „bei Laune“ blieben. Die Spaniels sowieso – obwohl sie nach 13 Kilometer wirklich handzahm waren.

Unglaublich, wie viel Kondition der Bub hat. Unglaublich, wie er trotz seiner Probleme mitmarschiert.

Und der pequeño hombre español ist einfach der Wahnsinn!

Auf Suri war ich besonders stolz, den der marschierte, ohne mit der Wimper zu zucken, immer vorweg. Ein Wahnsinn.

Kurz vor dem Ziel mussten wir dann tatsächlich ein Stück – es waren vielleicht 500 Meter – durch die Sonne auf einer Hochebene laufen.

Das gab uns Vieren den Rest. Hammermäßig anstrengend.

Fazit:
All diese Strapazen haben sich aber mehr als gelohnt. Die Eindrücke, diese Ruhe, Schwimmen und viel Wasser für die Hunde, nette Fleckchen auf dieser Erde.

Am Auto angekommen, begrüßte uns dann noch ein wunderschöner Milan, der auf der Wiese (siehe Bild „Idyll am Startpunkt) seine Kreise zog.

Hier die obligatorischen Streckendaten: