Wandern

Wanderung auf den Wüstegarten (Naturpark Kellerwald)

Der Wüstegarten ist mit 675,3 der höchste Berg des Westhessischen Berg- und Senkenlands, im Naturparks Kellerwald-Edersee.

Hier führte uns unsere erste Urlaubswanderung hin. Wie gewohnt, starteten wir „vor dem Wecken“, was auch gut so war, denn die Temperaturen waren schon morgens um 7 Uhr recht hoch.

Zunächst führte uns die Route durch das Tal an Densberg Richtung Schönstein vorbei. Dies war nicht spektakulär aber die Landschaft und die Aussichten in die Weiten des Kellerwaldes, die haben schon etwas.

Danach ging es – für unsere Begriffe – recht langweilig durch den Wald. Stetig bergan, aber leicht zu laufen. Hier war ich ein wenig enttäuscht, weil ich mir mehr erhofft hatte. Aber umkehren kam nicht in Frage.

Das war auch gut so, denn nach ca. 5 oder 6 Kilometern kam dann der erste Wow-Effekt. Hier hatte ich den Eindruck, mich wirklich in den Bergen zu befinden. Nicht nur Mittelgebirge, sondern es mutete ein wenig an, wir würden in den Alpen unterhalb der Vegetationsgrenze aufhalten. Ein super schöner Pfad, gespickt mit Felsbrocken und Wurzeln führte uns nun steil bergauf.

Eingeleitet wurde dieses Berggefühl beim Passieren des Exhelmersteins mit seinem Gipfelkreuz, einer Felsformation am Westhang des Wüstegarten.

Von dort an ging es noch ein wenig steiler quer durch den Wald. Auf Holzbohlen ein kleines Hochmoor und bewunderten dort die wunderschöne Natur mit Felsformationen. An dieser Stelle wird auch ausdrücklich auf den Schutz der dort lebenden Fledermäuse aufmerksam gemacht.

Ich wusste nicht, wie weit es noch bis zum Kellerwaldturm sein würde, der sich auf dem Gipfel des Wüstegartens befindet. Da Suri und ich schon ziemlich groggy waren, wollte ich zunächst hier eine Pause einlegen. Doch in diesem Moorgebiet gab es extrem viele Mücken, so dass ich dann doch beschloss, dass wir noch eine Weilchen laufen wollten.

Nach dem wir dieses wunderbare Fleckchen im Hochmoor passiert haben, ging es abermals richtig heftig steil bergauf. Jau – ich hatte nun wirklich das Gefühl, in den Alpen zu sein. Eine von Gewittereinschlägen gezeichnete Fläche zur Rechten, Fels-Wurzel-Pfad vor uns, un auf der linken Seite kleine Kiefern.

Und dann sahen wir den Turm und wussten, dass wir diese „paar“ Meter auch noch schaffen würden.

Oben angekommen gönnten wir uns eine wirklich große Pause. Es war über 20 Grad warm und selbst die Spaniels ließen mich wissen, dass man nun wirklich endlich Snacks und Wasser zu sich nehmen sollte. Wir genossen die Stille dort oben, frühstückten, ruhten uns aus.

Dann „quälte“ ich mich mit müden Beinen noch die 123 Treppenstufen auf den knapp 30 Meter hohen Turm hinauf, was sich wirklich gelohnt hat. Die Aussicht hier oben war fantastisch.

Die Hunde, die ich natürlich vor meinen Aufstieg auf dem Turm, unten gut gesichert hatte, sahen so winzig klein aus. Umso überraschter war ich, als ich auf dem Abstieg feststellte, dass der Suri-Man nicht mehr da war, wo ich ihn gelassen hatte. Kam er mir doch auf halben Wege freudestrahlend entgegen geklettert. Dieser Schlumpf. Er ist einfach ein neugieriger Bub und muss immer genau untersuchen, was Frauchen macht und wo sie hingeht. 😉

Nach der längeren Pause führt uns die Route ziemlich heftig bergab durch den Wald. Auf einem Pfad durch den Wald. Wunderschön aber extrem anstrengend, denn die Spaniels waren wieder gut erholt und schalteten den Turbo an. Das schätze ich, wenn es bergab geht, so gar nicht.

Nach 11 Kilometer erreichten wir unseren Ausgangspunkt. Und ja – diese 11 Kilometer hatten es in sich gehabt.

Fazit: Auch wenn ein Teil der Strecke zunächst enttäuschend war – aber vermutlich ist das des Wanderers Los: Manchmal muss man sich durchkämpfen. Es war eine lohnenswerte Wanderung, deren Höhepunkte (im wahrsten Sinne des Wortes) uns für die paar „doofen“ Kilometer echt entschädigte. Ganz, ganz große klasse!

Und hier die Streckendaten.