Fahrrad & Scootern

Scootern – von Rückschritten und Fortschritten…

20150125_101315Versprochen – ab kommender Woche wird es auch wieder Obedience-Einträge hier geben.

Aber heute war erstmals Tiefschnee-Scootern angesagt. (Ja – Ihr Bergler – lacht nur, aber knöchelhoher Schnee ist für uns Flachlandtiroler halt Tiefschnee 😉 )

Nachdem es mit dem Scootern – insbesondere beim Müffjö so gut angefangen hatte, sind wir ja dann nach ca. 6 Wochen in ein Loch gefallen. Auf einmal faselte er nur noch rum, zog nicht mehr wirklich, nutzte jede Gelegenheit, in den Busch zu springen oder irgendwo zu markieren.

Ok – vom Hundesport allgemein weiß ich ja mittlerweile, dass es immer wieder irgendwelche Tiefschläge gibt. Nur hier war es für mich – als Scooteranfänger – echt nicht so einfach, einen Weg aus dem Loch zu finden.

Das konsequente Verbieten mittels scharfem „Lass das“ führte eigentlich nur dazu, dass er noch weniger Ziehen wollte. Und das, obwohl ich weiß, dass er das leidenschaftlich gerne macht.

Was war da nur falsch gelaufen?

Wir übten, seit der Scooter dann endlich bei uns einzog, so 2-3 mal in der Woche. Als erstes habe ich mal eine komplette Woche gar nichts gemacht. Das brachte aber keine Veränderungen in seiner Haltung „Markieren und umfaseln ist auch ganz nett“.

Dann überlegte ich mir, ob ich ihn einfach nur mal so am Rad flitzen lassen sollte. Beim Fahren durch das Dorf oder eben da, wo er am Geschirr ist mit keinerlei Erwartungen an ihn. Komischerweise zog er dann.

Aha – meine Erwartungshaltung war sicherlich eines der Gründe…

Nachdem er dann auf dieser besagten ersten Fahrt am Fahhrad recht passabel gezogen hatte, habe ich ihm dann sofort Freilauf gegeben. Leine ab und „ab-die-Post“. Mensch ist der geflitzt. Soooo habe ich meine Rennsemmel noch nie laufen sehen. Das war gigangisch, in welchem Tempo und mit welcher Leichtigkeit dieser Bursche seine Runden übers Feld zog. HERRLICH!

Das habe ich dann nochmal nach 3 Tagen Pause wiederholt.

Und heute war dann Schneescootern angesagt. Junge bin ich stolz auf meinen Müffjö le Caps. Der hat geackert wie ein Pferd. Und durch tiefen Schnee zu ziehen, ist sicherlich ziemlich kräftezehrend. Aber er war voll bei der Sache. Hat ordentlich – ohne rechts oder links zu faseln – geschweige denn mal zu markieren oder sonstigen Unfug zu machen, die Strecke durchgezogen. Ich schwebe noch immer auf Wolke 7.

Fazit ist:
1. Er wird noch viele Einheiten „Freilauf“ bekommen.
2. Meine Erwartung schraube ich arg runter. Wenn nicht, dann nicht. Dann wird halt gar nichts gemacht sondern einfach nur gewartet, bis er selber auf den Trichter kommt.
3. Aufgrund des Punktes 2.  Es gibt keine verbale Korrektur mehr. In dem Moment, wo er nochmals versucht, zu faseln oder Beinchen zu heben, wird kommentarlos gestoppt und so lange gewartet, bis er von sich aus gerne wieder weitermacht. DAS funktioniert bei ihm prima.

20150125_103118Ja und das süße Rinchen! Der wollte ja eigentlich nicht ziehen. So beschloss er es wohl. Aber das war dann für mich auch nicht so dramatisch, weil er eben von Anfang an klar gestellt hat – „Nicht meins“.

Aber ich bin ja ein „Durchkämpfer“ und so habe ich mit ihm einerseits die Anreize hoch gesetzt. Vor dem Losrollern hat er mitbekommen, dass ich für ihn etwas „sehr Gutes“ vorbereitet hatte, was da im Auto vermutlich nur auf IHN wartet.

Somit konnten wir dann schon bei der ersten Einheiten mit der Home-Motivation einen leisen und sanften Ansatz von „ich will dahin – ich ziehe – und nein, ich hüpfe nicht“ erkennen.

Dazu kamen dann auch für ihn diese Bikeeinheiten mit freiem Laufen und kurzen Einheiten am Geschirr. Glücklicherweise kreuzten uns bei der ersten so angelegten Fahrradtour Kaninchen über den Weg. Das war der Impuls mal richtig Gas zu geben. Und ja – er vergaß seinen Grundsatz komplett, eigentlich nicht ziehen zu wollen. Die Kanickel waren schon längst weg, aber er zog weiter. Das habe ich dann noch ein paar Meter so laufen lassen. Dann habe ich ihn gestoppt und er durfte den Rest des Weges absolut und ohne Job freilaufen.

Heute war er dann auch im Tiefschnee unterwegs. Ich hatte eigentlich überhaupt keine Erwartungen bezüglich Ziehen. Denn es ist halt anstrengend-

Aber – er ging – obwohl „seine Home-Motivation“ im Auto geparkt war, sofort zügig los. Zunächst ohne zu ziehen, aber doch voran, also vor mir. Und dann auf einmal zog er an. Gute 500 Meter durch den Schnee. Langsam zwar (war ja auch schwer) aber er zog. Da habe ich sofort kehrt gemacht und wir rollerten langsam zurück. Wobei er auch da immer schön vor mir war. Und auf den letzten 150 Metern kam dann wieder die Eingebung. „Da wartet was auf mich“. Und er zog nochmal richtig an.

JUHU – JIPIEH – Laurinchen wird stärker und traut sich mehr zu. Super – super – super gut! Ich bin so stolz auf meine Krawallschachtel!

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