Dinge des Jahres

Mehr Zecken, als in 25 Jahren Hundehaltung insgesamt :-( – Der Zeckenkrieg

Die Wanderung war wunderschön. (Davon später mehr) …

Aber SO ETWAS habe ich in 25 Jahren Hundehaltung noch nie erlebt. Zeckenalarm – nein Zeckeninvasion oder besser Zeckenkrieg.

Und im Moment zweifele ich an meiner Zeckenstrategie. Repellent ist grundsätzlich gut. Wenn er funktioniert.

Heute habe ich aber gelernt, ein funktionierender Repellent kann auch ziemlich haarsträubend werden.

Was ist passiert?

Oberindianer-Ehrenwort und eher untertrieben als übertrieben: Heute habe ich sicherlich bei allen 3 Hunden zusammen 500-600 Zecken entfernt.

Ich weiß nicht, ob sie in der Eifel alle verfügbaren Zeckennester abgegrast haben oder ob die Zeckenlage wirklich mehr als bedenklich ist.

Nach unserer kleinen Wanderung kämmte ich, wie immer, meine Hunde mit dem Flohkamm kräftig durch. Da meine Repellents, die ich so einsetze, in der Regel gut funktionieren, kann ich mit einem Flohkamm die Zecken, die dann – weil sie nicht anbeißen wollen, ziellos über das Hundefell krabbeln, gut einsammeln.

Mir ist zwar schon während der Tour aufgefallen, dass auf meinen Jungs deutlich mehr Zecken krabbelten, als gewöhnlich. Habe mir aber noch nichts dabei gedacht. Immer wenn ich eine sah, habe ich sie halt abgeflückt und gut.

Zurück zur „Kontrolle“ am Auto. Bei Caps holte ich vor Ort mit 5 Minuten Flohkamm-Bearbeitung, sicherlich 20 Zecken aus dem Fell. Das ist unüblich für Capper. Bei Laurin kam ich – pro Kammstrich auf eine durchschnittliche Rate von 5 Zecken. Sicherlich holte ich bei ihm in der ersten Inspektion somit 100-120 Zecken aus diesem Hund. Wahnsinn.

Beim Suri entdeckte ich bei der ersten Sicht 3-5 Zecken in seinem weißen Fell. Und dann kam der Flohkamm zum Einsatz. Suri, der sonst nie nicht Zecken hat wimmelte vor Zecken. Ich nahm das Geschirr ab und dachte, es trifft mich der Schlag. Ich weiß nicht, wie viele Zecken ich in dieser Aktion von ihm gekämmt hatte, es waren sicherlich 100.

Wahnsinn! Das beunruhigte mich. Jäh fing auch ich an, mich zu kratzen. Erste Kontrolle bei mir noch am Auto. Mein Repellent wirkte ebenfalls. Nur, dass auf mir keine Zecken liefen. (Aber ich wühle ja auch nicht im Unterholz.) Trotzdem, ein beruhigendes Gefühl stellte sich auf der Rückfahrt nicht ein.

Zecken brauchen ja 1-2 Stunden, bevor sie eine geeignete Stelle am Wirt finden. Und selbst nach 2 Stunden krabbelten die Biester immer noch auf den Hunden munter herum. Völlig verwirrt, völlig planlos. Ja. Keine Frage – sie wollten gar nicht beißen. Sie wollte vermutlich auch gar nicht auf den Hunden sitzen. Es scheint einfach so passiert zu sein.

Also – erste Runde. Jeden Hund gut 45 Minuten (jeden einzelnen) gekämmt, gekämmt, gekämmt. Die Biester krabbelten nun auch an mir rum. Kein Wunder, bei den Massen. Also habe ich heute 2x hintereinander geduscht. Einmal direkt nach dem Nachhause-Kommen und einmal nach der ersten Kämmrunde.

Die 2. Kämmrunde stand auf dem Plan. Erst einmal musste ich sämtliche Decken, auf denen die Hunde lagen, einsammeln und zunächst bei über 60 Grad waschen und ab in den Trockner. Die Biester krabbelten ja überall herum.

Und dann ging es weiter. Suri als erster. Nun krabbelten zwar immer noch Horden von Zecken auf ihm rum, aber die ersten nahmen nun doch ein Mahl. Somit sind sie schon etwas leichter zu packen. Insgesamt war ein Eimerboden komplett übersäht mit Suri-Zecken. Die wurden getötet und dann entsorgt.

Bei Laurin das gleiche Spiel. Nur – auch das habe ich noch nie erlebt: An einer Stelle am Vorderbein saßen sicherlich 30 Zecken zusammen. Während ich diese entfernte und aus der Haut holte kamen die nächsten zum Andocken an. Ich konnte dabei zusehen. Alleine von dem einen Schultergelenk habe ich gut und gerne 50 angedockte und 50 krabbelnde Zecken entfernt. Es folgten noch die anderen üblichen Gegenden, die Zecken so lieben. Ohransätze, neben den Hoden, Innenschenkel, etc. pp.

Beim Caps sah es nicht ganz so übel aus. Trotzdem übel genug. Auch ihn befreite ich von mehr als 50 Zecken.

Nun wurde ich paranoid. Überall sah ich es krabbeln. An mir, auf dem Boden, überall.

Also musste ich noch einmal schnell in die Stadt fahren, um Umgebungsspray zu organisieren.

Wieder daheim angekommen, ging die Prozedur weiter. Gesaugt, Saugerbeutel entsorgt, Umgebungspray verteilt.

Dann wieder eine weitere (3.) Runde für die Jungs. Wieder holte ich bei jedem Hund sowohl krabbelnde als auch festgebissene Zecken aus dem Fell.

Auch meine Jungs sehen schon rot, wenn sie mich nun sehen. Paranoid? Nein, sicherlich Zeckenkamm-traumatisiert.

Ich weiß, dass ich heute noch nicht am Ende bin. Sicherlich wird es im Laufe des Abends noch eine 4. und 5. Zeckenrunde geben.

Ich stelle mir gerade nur die Frage: Ist meine Strategie – absolut auf repellierende Maßnahmen zu setzen – wirklich richtig ist. Denn wenn die Hunde in ein Nest oder sonst etwas stoßen, steht man vor einem riesen Problem. Die Biester wollen ja gar nicht auf die Hunde, deshalb wandern sie extrem lange auf dem Fell herum.

Das finde ich praktisch, wenn es sich wirklich nur um eine Handvoll Zecken handelt. Abkämmen, Töten, Entsorgen. Besser geht es nicht. Aber bei solchen Mengen????? Da ist mit Kämmen nichts mehr zu machen.

Während ich die Zeilen hier schreiben, krabbeln sichtbar weitere Zecken ziellos auf Laurin herum.

Ich drehe durch!

Nachtrag: Einen Tag später, also am 13.5. waren wir auf rund 1200/1300 Zecken gekommen. Wir bargen den ganzen Tag hindurch noch unendlich viele Zecken-Leichen.

Nachtrag 2: Am 14.5. bergen wir am frühen morgen nochmals eine Handvoll Zeckenleichen.

 

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