Wandern

Neujahresauftakt in der Nordeifel – zwischen Madbachtalsperre und Steinbachtalsperre unterwegs

Böig aber trocken und gegebenenfalls etwas Sonne, so war es angesagt. Das wollten wir uns nicht nehmen lassen. Wir wählten eine leicht zu gehende und nicht allzu große Tour. Suri möchte ich noch etwas schonen, da müssen keine Mamutgänge gemacht werden.

Wir starteten eine wunderschöne Wanderung in der Euskirchener Gegend, um genau zu sein, auf einem kleinen Waldparkplatz nähe Kirchheim.

Die Sonne strahlte uns entgegen. Und da wir recht früh auf den Füßen waren, hatten wir das Glück, die aufgehende Sonne im Morgendunst zu erleben.

Die Route führte uns überwiegend über gut begehbare Wege, jedoch fanden wir kaum Schotter und Asphalt hatten wir nur ein Stück weit an der Steinbachtalsperre. Es war wirklich angenehm zu laufen und im Null-Komma-Nichts waren die 12,5 Kilometer auch vorbei.

Jetzt von vorne. Im Uhrzeigersinn liefen wir durch ein Tal zur Madbachtalsperre. Diese stammt aus den 1930er Jahren und wurde zur Versorgung der Tuchindustrie gebaut. Durch den Krieg wurde sie jedoch nicht fertiggestellt. Ein nettes Fleckchen Erde. Und heute besonders, weil wir weit und breit ganz alleine auf weiter Flur waren.

Von hier aus ging es stetig bergauf über den Hahnenberg und den Silberberg in Richtung Steinbachtalsperre. Weiterhin trafen wir keine Menschenseele. Allerdings war das Wild heute extrem busy. Die Spaniels liefen ununterbrochen mit hoher Nase kreuz und quer vor mir her.

Tatsächlich bekamen wir viel Rotwild zu Gesicht. Unter anderem auch eine große Gruppe mit einem wirklich stattlichen Hirschen, die zwischen den dichten Bäumen liefen. Faszinierend lautlos. Schön zu beobachten. Leider nicht zu fotografieren, weil der Wald einfach zu dunkel und zu dicht war. Trotzdem war dies ein wunderschönes Erlebnis. (Die Spaniels waren überraschenderweise sehr ruhig, aber klar – extrem hoch angespannt.)

Nach 9,5 Kilometern erreichten wir die Steinbachtalsperre. Die Kilometer, die wir bis da hinunter bergab liefen, waren für mich extrem anstrengend, da sie Spaniels nach den Wildsichtungen den Turbo eingeschaltet hatten. Trotzdem – vielleicht haben sie sich für das Jahr 2018 Besserung vorgenommen – ließen sie sich sehr gut führen.

An der Steinbachtalsperre war dann – für meine Verhältnisse – Hochbetrieb. Gut bekleidete Feiertagsgänger flanierten über den asphaltierten Weg und waren mir mitleidige Blicke zu, da wir 4 natürlich aussahen wie aus dem Matsch gezogen. Kunststück – wir hatten ja über 9 Kilometer Waldmarsch hinter uns 😉

Ganz ehrlich – jeder mitleidige Blick war für mich eine Genugtuung. Denn das, was wir gesehen hatten, das bekommen gut bekleidete Menschen nun mal dort, wo sie sind, nicht zu Gesicht.
Während sich also die Spaziergänger auf dem Asphaltweg tummelten, nahmen wir – wie soll es anders sein – den Trampel- bzw. Naturpfad direkt unten am Wasser. Hier hatten wir Ruhe und genossen eine kleine Pause in einer Snackhütte.

Die Steinbachtalsperre wurde in den 20er Jahren, ebenfalls zur Brauchwasservorsorgung für die Tuchindustrie erbaut. Heute dient sie, meines Wissens nach, der Wasserversorgung des Umlandes.

Nach unserer Pause gingen wir noch ein Stück weit am Stausee entlang, um dann wieder in die himmlische Ruhe des Waldes einzutauchen. Das ist dann, wie das Abtauchen in eine andere Welt. Denn wer geht schon mit geputzten Stiefelchen und Pelzmützchen auf Waldwegen? Wir hatten unsere Ruhe und genossen die letzten 2,5 Kilometer.

Wie es denn auch kommen muss: Irgendwo hatten wir einen Abzweig verpasst. Und so machten wir noch eine kleine Pfadfindertour auf den Spuren irgendwelcher Buschreiter. Ein kleiner Trampelpfad führte uns quer durch den Wald. Das GPS-Gerät verriet uns, dass der Parkplatz nicht mehr weit sein konnte. Und so war es auch. Auf einmal tauchten wir aus dem Wald hervor und standen just vor unserem Auto.

Ein prima Wanderauftakt für das neue Jahr! Uns hat es gefallen.

Waldarbeiten mal vorbildlich. Keine Verwüstungen!

Fazit: Ein leicht zu gehende „Runde“, die überraschender Weise – bis auf das Stück an der Steinbachtalsperre – extrem „einsam“ war. Die Wege waren recht fest, jedoch kein unangenehmer Schotter, den ich gar nicht leiden kann. Nein – es war prima. Auch ein großes Lob an die Forstwirtschaft hier. Hier versteht man es, im Wald zu arbeiten, ohne alles völlig zu beschädigen. Vorbildlich!

Für eine Erholungsrunde, die nicht zu anspruchsvoll sein soll, ist dieser Weg ideal. Auch wenn es nun nicht die riesig bombastischen Attraktionen gibt; besonders das Tal vor dem Madbachtalstausee und der Madbachtalstausee selber sind wirklich idyllisch.

Hier die Streckendaten:

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