Dinge des Jahres Suri - pequeño hombre español

Hundezähne sind einfach anders … :-(

Leider mussten wir jetzt dringend an Suris Fangzahn ran. Dieser machte sich Ende November bemerkbar. Nicht so, dass Suri irgendetwas angezeigt hätte. Aber er stank bestialisch. Selbst waschen mit allen möglichen Dingen, größtmögliche Hygiene – nichts half.

 

Mehrfach hatte ich den Fang inspiziert, jedoch habe ich nicht sehen können, was der Auslöser hätte sein können.

Erst nach gut 3 Tagen packte ich mir Suri zwischen die Beine, stopfte ihm Mullbinden hinten in den Kiefer zwischen die Backenzähne und sah dann, was der Grund des Gestankes war.
Genau hinter den Schneidezähnen im Oberkiefer befand sich ein Stück (Trockenpansen, Trockenfleisch, was auch immer?) gut 1 cm dick und 0,5 cm lang.

 

Dies operierte ich selber raus (es war ja typischerweise ein später Samstagabend). Telefonierte mit meiner Tierärztin und verabreichte ihm ein Antibiotikum, welches ich noch hier hatte. Natürlich nach Absprache mit unserer Tierärztin.

 

Schlagartig hörte der Gestank auf, die Entzündung ging super schnell zurück. Allerdings wurde mir auch sehr klar, dass der sehr schräg in den Oberkiefer reinragender Caninus keine Ruhe mehr geben würde. Ich musste quasi nach jeder Mahlzeit Futterreste aus dem Loch hinter den oberen Schneidezähnen rausholen. Nicht schön für Suri, nicht schön für uns alle. Gut, dass der Bub so unendlich brav ist.

Zuerst habe ich mir – in meiner laienhaften Vorstellung – gedacht, dann wird der Zahn halt abgeschliffen und gut ist. Da dieser Zahn ja bereits gekappt wurde, als Suri noch in Spanien war, dachte ich mir, dass das dann die Lösung sei.

Meine Tierärztin guckte sich das Ganze an und sagte sofort: Nein, da muss ein Spezialist dran. Das geht nicht „mal eben so“. Ah okay … also wurde ein Termin beim Zahnarzt gemacht.

Dort wurden wir Mitte Dezember vorstellig. Und hier wurde ich – in einer äußerst langen und kompetenten Beratung – aufgeklärt.

Ein Hundezahn benötigt etwa 2 Jahre, bis er „Zement“ entwickelt hat. (Ich schreibe das jetzt alles als absoluter Laie 😉 ). Heißt, der Zahn stößt hohl durch. An der Innenwand befinden sich Zellen, die sich nach und nach zu diesem Zement umwandeln.

Wird der Zahn in der Entwicklungsphase so behandelt, wie Suris Zahn behandelt wurde, dann ist die Gefahr mehr als groß, dass diese Zellen durch Luft und Bakterien absterben. Ergo – der Zahn entwickelt sich nicht, er bleibt hohl.

Wenn dem so sei, dann kann nicht einfach geschliffen werden, da der Zahn ja eine Füllung benötigt. Ist der Zahn hohl, dann würde eine Füllung bis in den Kieferknochen rutschen, was nicht ohne ist.

Die nächste Option wäre die Entfernung des Caninus. Auch das ist im Hundeunterkiefer nicht ganz unkompliziert, da dieser, anders als der Oberkiefer, perse wenig Knochemasse hat. Dazu kommt, dass es bei Suris Kieferdeformation noch weitere Besonderheiten gibt. Sprich – die Möglichkeiten einer Fraktur sind da durchaus höher als bei einem normalen Kiefer.

Da das Gebiss schon verschoben ist, würde, wenn dieser Caninus entfernt würde, auch der andere im Unterkiefer dran glauben müssen. Denn durch den dann veränderten Gebiss-Schluss würde der nach außen ragende Zahn auf der anderen Seite sofort in die Lefzen stoßen. Weitere Probleme vorprogrammiert. Und dann müsste der obere Reißzahn gekappt und entsprechend gefüllt werden, weil dieser bei dem fehlenden Zahn unten in den Unterkiefer stoßen würde.

Alles keine schönen Aussichten.

Also – ein Röntgenbild musste her, wir vereinbarten einen Termin für heute. Bis dahin wollte sich unser Zahnarzt dann auch noch mit einigen Kollegen besprechen, was er auch tat. Er rief mich gestern noch an! Allerdings – ohne Röntgenbild konnte man auch nur rein theoretisch an die Sache herangehen und spekulieren.

Das Röntgenbild heute zeigte dann eigentlich ein noch schlimmeres Szenario als befürchtet. Hatten alle gehofft, dass es wenigstens eine Wurzelspitze gäbe, wurden wir alle enttäuscht. Der Zahn gleicht eher einem Strohhalm denn einem Zahn. Hohl ohne Ende und keinerlei – nicht einen Fatzen von einer Wurzelspitze hat sich ausbilden können. 🙁

Und leider hatte sich auch eine Fistel gebildet, die den hinter dem Caninus liegenden Zahn im Mitleidenschaft gezogen hat und außerdem auch für leichte Knochenzerstörung an dieser Stelle verantwortlich ist.

Dazu liegt der Zahn – aufgrund der Kieferform, noch schräger im Knochen als bei Hunden üblich. Dies würde eine Entfernung noch verkomplizieren, da der Knochen noch weiter ausgefräst werden müsste als üblich. 🙁

Aber jetzt gibt es ein Bild und es wird in der Kollegenschaft in Deutschland beraten, wie man ggf. doch noch um eine Entfernung herum kommen könnte. Ausgang ungewiss – Prognosen nur mäßig bis schlecht…. Wir hoffen.

Um Suri nun von seinen ärgsten Problemen zu befreien und ihn vorläufig zu versorgen, entschieden wir uns nach Abwägung von Für und Wider für folgende Variante:

Der Zahn, der von der Fistel betroffen ist, wurde entfernt. Darüber hinaus, wurden die beiden Schneidezähne im Oberkiefer, hinter die sich immer wieder alles mögliche hineinsetzte aufgrund des Drucks des Caninus im Unterkiefer, ebenfalls entfernt. Somit ist dort nun eine Lücke, deren überschüssiges Zahnfleisch kreisrund geschnitten wurde. Es entstand somit eine Art „Ausgangstür“ (Sprungschanze). Wenn Suri sich nun etwas in den Oberkiefer drückt, dann rutscht es vorne heraus, da nun der Fluchtweg offen ist. Selbst wenn es hängen sollte, wird der Bub in der Regel in der Lage sein, das mit der Zunge, die er ja jetzt auch immer im Einsatz hatte, wenn dort etwas hing, herauszudrücken. Somit werde ich ihn wohl nicht mehr täglich mehrmals mit Pinzette oder Venenklemme irgendwelche Reste dort herausoperieren müssen. Und wenn dies hin und wieder mal notwendig sein sollte, dann brauche ich den Fang nicht mehr zu öffnen sondern habe von außen einen leichten Zugang. Das bringt jedenfalls deutliche Erleichterung.

Bis zu dem Tag X – irgendwann Mitte Januar… dann werden wir besprechen, was nun langfristig gemacht werden kann. Was wird möglich sein, was nicht … ??? Denn eines ist klar. Dieses Lösung ist keine finale Lösung. Der offene und beschädigte Caninus muss versorgt werden. Wie diese Lösung dann aussieht, dass wissen wir derzeit noch nicht. Allerdings vertrauen wir auf das wirklich fachkundige und vor allem sehr besonnene Team, Menschen, die auf viele Wissensressourcen zurückgreifen und beratschlagen, diskutieren und, und, und …

Von daher hat Suri wenigstens ein wenig Glück, dass wir an diesen Zahnarzt und sein Team geraten sind.

 

 

0 Kommentare zu “Hundezähne sind einfach anders … :-(

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.