Wandern

Traumpfad Bleidenbacher Ausblicke – durch das Moseltal zur Burg Thurant

Ob es nun verrückt war oder „jeder Tag ist ein Geschenk“ – ich weiß es nicht. Jedenfalls hatten wir uns heute, auch wenn die Vorhersagen sehr uneins waren, eine Tour im Moseltal vorgenommen.

Verrückt deswegen, weil die Wetterlage von Schnee, Eis und Glätte geprägt war. Anderseits – wir hatten das dringende Bedürfnis, etwas Schönes zu tun. 🙂

Und ja – es war wunderschön! Ganz alleine – niemand – aber auch niemand anderes als nur wir 4 waren unterwegs.

Es war hin und wieder etwas „brenzelig“. Insbesondere an den steilen Pfaden, wo ein Abrutschen schon heftige Folgen hätte haben können, mussten wir gut aufpassen. Gefrorenes Laub auf Schieferboden – nicht immer gaaanz so einfach zu gehen. Aber das haben wir ja gut gemeistert und sind wohlbehalten auch wieder Daheim angekommen. 🙂

Los ging es – mit heftigem Abstieg über gute 4 Kilometer. Kein einfaches Unterfangen bei 2 Turbo-Spaniels im Zug. In Verbindung mit gefrorenem Boden – klar eine Herausforderung. 😉

Wir marschierten also durch den Wald – stetig bergab. Hier merkte ich dann sämtliche Muskeln, denn die Spaniels waren mega ausgeschlafen.

Trotzdem konnte ich die Stille genießen. Immer entlang eines Baches, bzw. derselbe lag zunächst weit unter uns, aber das Plätschern des Wassers war in dem Tal angenehm zu hören.

Ab dieser Snackhütte ging es bergauf. Zunächst noch über einen breiteren Forstweg. Aber schon bald sollten wir uns „im Berg“ befinden. Auf kleinen Pfaden ging es hoch zur Burg Thurant. Das wussten wir aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Hier konnten wir wieder mal erleben, dass das Wetter eigene Regeln aufstellt. War es unten im Tal noch diesig mit leichtem Schneegriesel, strahlte uns auf dem Anstieg zur Burg auf einmal die Sonne entgegen. Es war ein magisches Licht, was wir erlebten. Ein wahnsinnig schöner Moment.

Ein paar Minuten später erreichten wir die Burg Thurant, eine wunderschöne mittelalterliche Doppelburg in den Sonnenhängen oberhalb der Mosel. Alte Gemäuer ziehen mich immer wieder in den Bann.

Wir umrundeten die Burg, genossen einen wunderbaren Blick auf die Mosel und stellten uns der 1. Herausforderung. Wir wollten dem „Gipfelkreuz“ unterhalb der Burg und oberhalb der Michaeliskirche einen Besuch abstatten. Dieses jedoch steht auf einem Felsvorsprung und ist entsprechend auch nur über felsige Kletterwege zu erreichen.

Beim Kreuz angekommen, kletterte ich auf den Felsvorsprung, um noch ein paar Fotos zu machen. Die Jungs mussten derweil unten warten, weil mir das zu gefährlich ist, wenn sie auf Felsen herumturnen. Allerdings sorgte Suri dann doch noch für einen Herzkasper bei mir. Ich war schon im Begriff, die Tour weiterzumarschieren. Spaniels und mich bereits auf den steilen Weg abwärts befindend, musste ich feststellen, dass Suri oben auf dem Felsen rumstöberte. Er musste wohl mal schauen, was ich denn da oben wohl so gemacht hatte. AGGRRRR. Meine Nerven!

Von nun an ging es steil bergab auf felsigen Pfaden zur St. Michaeliskirche.

Auf den in den Felsen gehauen steilen Stufen, musste ich die Spaniels von der Zugleinen lösen. Sonst wäre das vermutlich für mich zu einem Fiasko geworden.

Ich hatte lediglich bedenken, dass sie bei meiner Freigabe kommen zu dürfen, sofort zum Friedhof durchstarten würden. Taten sie aber nicht. Sehr brav schossen sie zwar zunächst an mir vorbei, drehten aber postwendend ab, um sich wieder anleinen zu lassen. So ist es brav!

Die Anlage ist wunderschön und so liebevoll gepflegt. Diese Kirche und die Kapelle wurden erstmals im Jahre 1050 erwähnt. Wir nahmen uns die Zeit, einmal drum herum zu gehen und die Kapelle anzuschauen. Sehr sehr schön war auch der Treppenzu- bzw. Abgang aus einem Dach von Blättern, links und rechts umsäumt von Kreuzwegstationen. Wunderschön. Selbst die Spaniels verhielten sich vorbildlich beim Herabgehen der vielen Treppen ins Dorf Alken hinein.

Im Dorf Alken waren wir am tiefsten Punkt der Wanderung angelangt. Hier befanden wir uns auf ca. 72 Höhenmetern. Dies hatte zur Folge, dass wir nun einen ziemlich heftigen Aufstieg vor der Brust hatten. Auf nur 1,7 Kilometer Wegstrecke erklommen wir gut 170 Höhenmeter. Puh.

Da kam uns eine Weile später die einladende Snackhütte, an der wir eine ausgiebige Pause einlegten, gerade recht.

 

Zunächst passierten wir aber kleine Kapellchen auf dem Weg zur Wallfahrtskirche Bleidenberg, die wir allerdings nicht besuchten. Dazu waren wir zu sehr auf Pause machen eingestellt.

Etappenziel erreich! Pause! Abermals wurden wir mit einem tollen Ausblick auf die Burg und die Mosel belohnt.

Nun war erst einmal eine Snackpause angesagt.

Suri und ich waren ziemlich platt und selbst die Spanieltypen hielten sich zurück. Das soll was heißen.

Allerdings wussten wir noch nicht, dass uns der anstrengendste Teil noch bevorstand. 😉

Aber jetzt gab es erstmal Kekse, Brote und Wasser für Alle!

Nach der Stärkung brachen wir auf. Bergab – und zwar fast genauso steil, wie es zuvor bergauf ging. Wir stiegen ab zum Dörfchen Oberfell, auf 78 Höhenmeter herunter. Ich muss nicht erwähnen, dass wir selbstverständlich anschließend auch wieder bergauf mussten 😉

Es ging weiterhin durch die Weinberge stetig bergan. Eine freie Anhöhe ließ uns kurz verschnaufen, bevor es in den Wald ging, um nochmals an Höhe zu gewinnen.

Gut, dass es noch 2 Snackhütten gab, an der Suriman kurze Rasten einlegen konnte. Auch ich merkte meine Muskeln bereits arg. Aber gut, das ist ja der Reiz an Wanderungen. Man ist stolz, wenn man es geschafft hat!

Fazit: Eine Tour so ziemlich nach meinem Geschmack. Viele schmale Wege, wenn auch teilweise schwer und anspruchsvoll, streckenweise herausfordernd, was die Kondition angeht, mit Gehabschnitten für kurze Erholungsphasen. Dazu die Kombination mit alten Gemäuern und einem tollen Ausblick über die Mosel. Jep. Hat gepasst!

Und hier die Streckendaten:

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