Wandern

Auf den Spuren der Allerseelenschlacht im Hürtgenwald

Es ist nicht wirklich so, dass ich mir derzeit bewusst Wanderungen aussuche, die mit Kriegsgeschehen zu tun haben. Nur leider ist die Nordeifel – neben der herrlichen Landschaft – auch eine Gegend, die im 2. Weltkrieg arg involviert war.

So kommt man nicht drum herum, in gewissen Gebieten sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen zu müssen. Ich wollte unbedingt heute in der Gegend von Simonskall laufen. Bereits im Januar war ich mit den Jungs im Schnee dort. Der Westwallweg. Ebenfalls ein historischer Weg. Landschaftlich wunderschön und eben darüber hinaus auch eine Mahnung.

Aufgrund der Witterung und der Tatsache, dass es bei Bewölkung noch schneller dunkel wird, verzichtete ich auf die große Tour von 20 Kilometer und suchte mir den Weg im Naturpark Hohes Venn auf den Spuren der Allerseelenschlacht aus.

Das Wetter war zwar nicht das allerbeste, aber zumindest war es von oben trocken. Auf den Boden durften wir allerdings nicht schauen. Da war es doch arg nass und schlammig stellenweise. Was aber meiner Begeisterung (sofern man vor dem Hintergrund eines Teils der Tour davon sprechen darf) keinen Abbruch getan.

Wir begannen die Tour auf schönen laubbedeckten Pfaden. Es ging sofort relativ glitschig bergab über eine lange Strecke. Zum Glück waren die Spaniels heute ausgesprochen führig und brav, so dass ich gar nicht viel zu schimpfen brauchte. **hach** 🙂

Wir kraxelten dann (hier hatten wir uns in der Strecke vertan) zunächst nach Simonskall runter. Ein wunderbares kleines Örtchen, von dem wir im Januar den Westwallweg gestartet sind. Okay – war ein Umweg, aber das war nicht schlimm, denn der Weg war wirklich hübsch und Simonskall ist auch hübsch. Hier und da kletterten wir über umgestürzte Bäume bzw. robbten drunter her. So etwas liebe ich, wenn es nicht permanent vorkommt. Das ist dann so ein wenig die Würze des Ganzen.

Als ich den Irrtum bemerkte, lotse uns das GPS wieder auf den richtigen Weg und wir marschierten etwas gemütlicher über einen Forstweg. Hier war es stellenweise matschig. Kein Wunder, bei den Regenmengen, die in den letzten Tagen runtergekommen sind. Machte uns aber nichts aus.

Nach ca. 4,5 Kilomtern kamen wir auf den Weg des Gedenkens.

Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass es mich fröstelte. Ein so schöner Wald, eine herrliche Gegend. Und dann hat man plötzlich ganz präsent – eine der grausamsten Schlachten im 2. Weltkrieg. Und es ist schier unglaublich, was sich dort abgespielt haben muss.

Wir passierten einige Gedenkmäler. Dies auf dem nebenstehenden Bild ist ein Denkmal für den mit 28 Jahren gefallenen amerikanischen Soldaten Robert Cahow. Neben ihm wurden an dieser Stelle noch weitere Gebeine im Jahre 2000 gefunden. 🙁

Diese Schlachte kostete tausenden von Soldaten das Leben. Und es ist einfach schauerlich – aber dennoch notwendig, dass man dies nie vergisst.

Ebenfalls sahen wir einige Bombenkrater und zerfallene Bunker. Auf dem Bild sind wir am Bunker 107.

Über insgesamt 2 Kilometer laufen wir durch einen Wald, der sich selber heilte, jedoch die Überreste der Allerseelenschlacht immer noch offenbart.

Dann war ich aber auch froh, dass wir uns wieder anderen Gedanken widmen konnten. Wir gingen auf die Moore, die Ausläufer des Hohen Venns zu. Und hier gab es einiges zu entdecken. Eine Matschkuhle, ein Barfuß-Fühl-Pfad und natürlich Stege, die uns über modrige Stellen hinweg führten.

Irgendwie vergingen die Kilometer und die Zeit wie im Flug. Nach 10 Kilometern hatten wir immer noch keine Snackpause gemacht.

   Weder Suri noch ich hatten irgendwie das Bedürfnis, unbedingt was snacken zu müssen. Aber ich hatte ja für die Jungs und mich etwas zum „schmurgeln“ mitgenommen. Das mussten wir uns aber unbedingt noch einverleiben.

Also rasteten wir an einer lustigen Stelle mitten im Wald. Vermutlich ein Kinderpfad. Jedenfalls erfreuten wir uns an einem Wasserlauf mit ganz vielen Fröschen. 🙂 Ein vorbeifließender Bachlauf war natürlich der Hit für die Hunde. Und ich konnte derweil ins Tal sehen und auch ein paar Tiere beobachten. (Seufz – leider war es zu diesig, um wirklich gute Fotos zu machen.)

2 Reiher kreisten über das Tal.

Leider konnte ich nur ein brauchbares Foto machen. Dieses Exemplar war uns gegenüber – so ca. 500 Meter Luftlinie entfernt – in den Baumwipfeln gelandet. Wenn sie fliegen sind sie sooooo majestätisch!

Nachdem wir unseren Snack eingenommen hatten, nahmen wir die letzten 3 Kilometer in Angriff.

Hier ging es noch einmal auf einem super schönen Pfad, der im Moor landete 😉 ins Tal. Hier mussten wir uns dann einen Weg durch ein paar umgestürzte Bäume suchen, um auf den „rechten“ Pfad zu gelangen.

Von jetzt an ging es stetig bergauf. Wir erreichten Germeter, passierten ein Stück weit das Dorf, um dann über eine Wiese bergab und durch ein Wäldchen bergauf Richtung Ausgangspunkt zu gelangen.

Kaum waren wir im Auto verstaut, fing es an zu schneien. ***hach*** Wieder mal alles richtig gemacht. Und dazu zu ein brillantes Timing gehabt.

Hier die Streckendaten zur Tour.

 

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