Obedience

Very proud of my boys! (Niederländische Meisterschaft im UK-Obedience)

Wieder einmal mehr haben mich meine Spaniel-Typen absolut überwältigt.

Etwas zwiegespalten bin ich gestern in aller Herrgottsfrühe aus den Federn. Kurz nach 3 Uhr war die Nacht zu Ende. Zwiegepalten deswegen, weil ich a) die letzten Tage mit einer Erkältung herum laborierte und darüber hinaus wieder nicht wirklich zum Trainieren gekommen bin.

Andererseits ist dieses Event – diese Meisterschaft – so leidenschaftlich organisiert (siehe Blog aus 2016 hierzu), dass ich doch gefahren bin. Zumal die liebe Dagmar als Begleiterin wieder mit von der Partie war und mir jemand zur Seite stehen würde, wenn ich irgendwie völlig schwächeln würde.

Um 5 Uhr losgebrettert Richtung Südholland. Wir wollten unbedingt vorher noch in Ruhe spazieren gehen, also wurde der Abfahrttermin noch etwas vorverlegt. Oh je. Um 8.30 h kamen wir an, also blieb noch eine halbe Stunde Zeit bis zum Melden. Nicht viel, wenn man mit 4

(Dagmars Lenya war natürlich mit von der Partie) taufrischen Hunden eine Runde drehen möchte. Aber okay.

Leider waren die Wege nass und entsprechend sahen meine am Abend zu vor in Form gebrachten Spaniels aus wie die Ferkelchen. Nicht schön in Anbetracht der Tatsache, dass die anwesenden Hunde alle sauber und aus dem Ei gepellt dort auftauchten.

Und klar, dass wir – also meine Spaniels und ich – sowieso etwas aus der Reihe tanzten, was Benimm und so angeht 😉

  • Im Einmarsch fröhlich und … nun ja.
  • Da wo wir saßen, war es nass, weil Hunde nass und sie können nicht vernünftig trinken…

Oh my god!

Aber was muss, das muss. Die Jungs müssen einfach noch einmal rennen dürfen, wenn sie dann auch einen lieben langen Tag zu Arbeiten oder zu Warten haben.

Class A

Am Vormittag wurde die Klasse A gerichtet. Hier war Laurin der erste Hund und Capper der 10.

Laurinchen

Laurinchen hat anscheinend zu seiner Form gefunden. Er präsentierte sich genau so, wie er es 4 Wochen zuvor in Kerkwijk getan hatte. Ruhig, konzentriert und super super süß bei der Sache.

Die Fußarbeit fühlte sich toll an und wurde entsprechend gepunktet. Beim Recall ins Heel gab es keine Rempler mehr. Lediglich beim Apportieren war Laurinchen etwas irritiert. Irgendetwas hatte ihn aus dem Konzept gebracht und er bekam den Vorsitz nicht hin. Kann passieren.

Bis dahin verloren wir 9,5 Punkte. Für mich einfach unfassbar. Schon gar, weil es eine Meisterschaft war und wir nicht wirklich vorbereitet waren.

Dann der Scent (Suchen). Laurinchen hat am letzten Wettkampf gezeigt, dass er durchaus in der Lage sein kann, eine fehlerfreie Sucharbeit hinzulegen. Aber – es wäre nicht Laurinchen, wenn er nicht zwischendurch daran erinnert, dass er Tücher aufnehmen von harten Böden immer noch BÄH findet. So alberte er ein wenig herum, es war nicht ganz sauber. Zufrieden war ich mit ihm – allemal! Hier verloren wir 1-3/4 Punkte.

Die Stays waren clear. Absolut ruhig und souverän meisterte das Rinchen die Bleibübungen. Somit keine Abzüge: Endstand 11-1/4 Punkte und

Hammer-Hammer-Hammer! Eine Platzierung für Rinchen in der A auf einer Meisterschaft. Gibt es so etwas???

Platz 5 für das weltbeste Rinchen!

Seine A-Runde hier in bewegten Bildern.

Capsi

Capsi machte ebenfalls einen großartigen Job. Ich allerdings hätte es ihm etwas leichter machen können. Ein wenig zu schnell war ich in der Fußarbeit, meine Schritte waren teilweise (mal wieder) zu groß. Entsprechend konnte er nicht alles so hunderprozentig in der Fußarbeit zeigen, was er kann. Aber er niemals die Spannung verloren und es fühlte sich wunderbar an.

Hier – genau wie auf dem letzten Wettkampf auch – war er mit Laurin wieder einmal punktgleich. 😉  Die beiden sprechen sich ab.

Der Recall war sehr schön. Ein wenig enger hätte er im Anschluss sein können (wie schon beim letzten Wettkampf analysiert) aber insgesamt fand ich es etwas harmonischer. Nur fand Caps die letzten Meter gruselig … oder aber er hatte kurz etwas anderes im Sinn.

Apport war genau sein Trainingsstand. Kein Kegeln mehr! Prima. Oberprima…..!!!!

Bis hierhin lag er mit 9-1/4 Punkt ganz knapp vor Laurinchen.

Die Scents waren für ihn auch etwas irritierend. Ich habe gelernt gestern, dass ich vor der Sucharbeit keinen halb geschmolzenen Käse in die Hände nehmen sollte. Dieser Käseduft hat wohl meinen „echten“ Geruch etwas übertüncht. Er stutzte kurz am richtigen Tuch, war aber dann nicht sicher. Irgendwie hat er aber dann doch noch entdeckt, dass am Käsetuch auch tatsächlich mein Geruch dran war. Und dann machte er den Rest auch noch. Etwas unkorrekter Abschluss. Aber – wer mich kennt weiß, dass das für mich nun nicht wirklich die riesen Bedeutung hat. Hier gab es 1-1/2 Punkte Abzug.

Die Stays waren clear, also ohne Abzug.

Endstand: 10-3/4 Punkte – also 0,5 Punkte vor Rinchen. Und damit landet er – WAHNSINN – auf Platz 4.

Hier Capsis Runde:

Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich einen – geschweige denn beide Hunde, in die Platzierung bekommen würde. Und dann war es passiert. 🙂

Novice

Da Caps in der Novice ausgesiegt hat und in dieser Klasse nicht mehr starten darf, musste Laurin heute erstmalig alleine in diese Klasse. Das heißt, das erste mal ganz alleine in die Stays….

Mehr Krimi geht nicht. Und es war hinterher reine Nervensache, die Laurin komischerweise hatte – ich nicht. 

Aber von vorne.

In der Runde selber zeigte Laurin zwar, dass er „etwas über die Uhr“ war. Schlicht – er war müde und entsprechend etwas unruhiger als am Vormittag. Dennoch ließ er sich wunderbar handeln und ich habe mich nicht von ihm treiben lassen.

Belohnt wurden wir in der Leinenführigkeit und in der Freifolge mit mega Punkten. Hier reihten wir uns ziemlich weit oben im Punkteranking ein. Ziemlich ziemlich weit. 🙂

Beim Abrufen und Apportieren bekamen wir ebenfalls je nur 3/4 Pünktchen Abzug, so dass das wir bis dahin mit 5-1/4 Punkten auf Platz 2 lagen.

Dann kamen die Stays. Laurin war ziemlich nervös und lauter (nicht so laut wie früher) aber dennoch ungnädig. Sagen wir es mal so. Er war sicherlich müde und genervt. Halle ist eben lauter, wenn sich viele Menschen und Hunde darin aufhalten.

Unglücklicherweise kam es zu einer Rauferei mit anschließendem Wettrennen. Wir waren gerade 1/2 Minute weg von den Hunden, da passierte es. Wir durften natürlich sofort zu unseren Hunden zurück. Ich dachte nur: So ein Mist … Ich war ja gerade so froh, dass Rinchen sein „Trauma“ so halbweg überwunden hat nach 4 Jahren Beller- und Schreierei.

Er war zwar fassungslos, dass dort etwas geschah, was üblicherweise nicht geschieht, aber nein – er war nicht all zu gestresst. Genervt wohl.

Die Richter entschieden, dass wir nun Abbrechen und erst die Klasse B gerichtet würde. Danach würden wir die Stays wiederholen.

Schitte!!!!!!! Der arme Rini. Wieder zurück ins Auto. Dort 2 Stunden warten, um dann wieder herausgeholt zu werden. 🙁  Da mussten wir durch.

Rinchen war not amused, als er abermals geholt wurde. Entsprechend war er nicht nur genervt sonder echt angepieselt. Das zeigte er mir auch. Glück hatten wir, dass die Richter entschieden, dass das Sitzen NICHT wiederholt werden müsste. Die Zeit, die die Hunde gesessen hätten, wäre ausreichend. (Puh – damit waren die Sitzübungen schon mal clear.)

Die Ablage war nicht ganz so ruhig. Laurin hatte definitiv keine Lust mehr. Aber es war auch nichts übermäßig Lautes. Somit beendeten wir die Platzbleibübung ebenfalls ohne Abzug.

Rinchen erkämpfte sich somit den 2. Rang in der Novice mit insgesamt 5-1/4 Punkten.

Was bin ich stolz! Hier sein Novice-Lauf

Und dann kommt etwas, womit ich never-ever gerechnet habe!

Nach der Siegerehrung wurden besondere Auszeichnungen für jede Klasse verliehen. Ein Award, der ausgelobt wird für die „most promising dogs“ der jeweiligen Klasse. Es müssen nicht die Gewinnerhunde sein – natürlich können sie es sein. Es sind die Hunde, die durch Engagement, durch Motivation, durch Ausstrahlung, was auch immer, aufgefallen sind, auch wenn es durch kleiner Patzer eben nicht zum Sieg reichte.

Und da wird doch tatsächlich der Capsi in der Klasse A ausgezeichnet!

Wenn die Platzierungen sooooo wundervoll sind und überhaupt…. 🙂 Aber diese Auszeichnung ist etwas, was mich wirklich gerührt hat.

Glücklich – Stolz – Und ich glaube, die Jungs fanden sich auch ganz prima! 🙂

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