Wandern

Das mittlere Rurtal – unterwegs auf dem Eifelsteig bei Monschau

Unbestritten. Ich liebe die Mittelgebirge. Ich liebe die unfassbare Natur. Ich liebe die Wälder, die Tiere, die dort leben, die Bäche, die Wiesen, die schroffen Felsen.

Felsen (Schieferfelsen = Ley) tun es mir immer wieder an. Da lag es gestern nahe, das Wetter zu nutzen und eine Tour im mittleren Rurtal über die Perdsley und die Wiselsley zu laufen. Zusammengestellt hatte ich mir eine Route, die etwa 17 Kilometer lang sein sollte.

Sie ist länger geworde 😉 . Dieses Mal aufgrund einer gruseligen Wandergruppe (haben wir soooo noch nie erlebt), die mit 30-40 Personen hinter uns den Berg herunter gröhlte. Gruselig. Gruselig. Und Mist – sie wollten dann auch noch die gleiche Richtung einschlagen wie wir.

Nöööhöööö – GPS befragt – und kurzentschlossen den Weg abgeändert. Alles ist mir Recht. Einzelne Wanderer oder kleine Gruppen, auf die man eigentlich selten trifft, sind okay. Aber eine Horde von lautstarken Menschen – nein. Dazu ist mir meine Zeit zu wertvoll, die ich unbedingt mit meinen Hunden in Frieden und Stille verbringen möchte. So denn – es wurde eine wirklich schöne und ziemlich anstrengende Tour.

Wir starteten bei leichtem Nebel, der sämtliche Spinnennetze sichtbar machte und der Umgebung etwas Mystisches verlieh. Vorbei an Buchenhecken über Felder tauchten wir nach 2 Kilometer dann in den Wald ein und erreichten den Eifelsteig. Dieser führte uns zunächst ins Tal, an Nebenbächen der Rur um uns im weiteren Verlauf ziemlich viel Puste und Schweiß abzuverlangen. Es ging von dort aus stets bergauf und bergab. Für Strecken um die 20 Kilometer schon eher untypisch, dass man an Gesamthöhenmetern jenseits der 1000er-Marke erreicht. Von daher wissen wir wirklich, was wir getan haben.

Unten angekommen, hörten wir die „Rotte wilder Menschen“ hinter uns. Hier änderten wir die Route ab. Leider konnten wir somit die Lourdes Grotte nicht besichtigen. Grund genug – noch einmal in dieser Region zu wandern.

An dieser Stelle hörten wir also die Horde wilder, lauter Menschen. Hier entschlossen wir, uns mehr Richtung Westen zu orientieren. Wohlwissend, dass wir somit die Strecke anstrengender machen würden. Denn mindestens ein Auf- und Abstieg mehr waren somit beschlossene Sache.

  Immer noch neblig, aber dennoch wunderschön, zeigte sich der Herbstwald und die Lichtungen.

Ebenfalls begrüßten uns einige nette Pferde. Ein Fohlen hatte so diebischen Spaß an uns, dass es uns auf einer Strecke von fast einem Kilometer hüpfend und wiehernd begleitete. Das war zuckersüß!

 Wir erreichten nach einer Weile wieder das Tal und die Rur. Hier stießen wir wieder auf unsere ursprüngliche Route, die uns wieder auf den Eifelsteig führte. Nun hatten wir das erste Ziel im Blick. Ein steiler Anstieg noch und wir würden auf der Perdsley stehen.

Die Persdley und die Wiselsley

Die Perdsley liegt etwa auf einer Höhe von etwa 400 Metern über dem Meeresspiegel. Der Blick in Richtung Monschau in das Rurtal ist wunderschön.

Der Name setzt sich aus den Begriffen „Perd“ für Pferd und „Ley“ für Felsen zusammen. Diese Bezeichnung deutet auf die frühere Nutzung dieses Ortes hin. 

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts sollen an dieser Stelle verendete Pferde und auch anderes Vieh den etwa 75 Meter hohen Felsen hinabgeworfen worden sein, um sich der Kadaver zu entledigen. Unten im Rurtal wurden diese dann entweder von den Fischen in der Rur oder von den im Tal lebenden Tieren, wie Wildschweinen, Füchsen und Krähen „entsorgt“. (Quelle: eifel-blicke.de)

Nach einem felsigen Aufstieg gönnten wir uns auf der Perdsley eine kleine Pause. Ich bin immer wieder beeindruckt von den steilen Felsabgründen, die sich in unserer Eifel so auftun.

Laurin eroberte sich – während ich noch die Landschaft bestaunte – den Logenplatz. 🙂

Von hier aus wanderten wir Richtung Wiselsley, die wir in einem knappen Kilometer passierten. Und schon ging es wieder bergab. Wir genossen die kleinen Pfade entlang der Rur. Die Spaniels verlangten viel von mir ab, denn sie zog es magisch zum Wasser. Das ging aber nicht, da die Felsen da hinunter noch zu steil für einen 2-Beiner sind. Puh – das kostete Kraft.

Nachdem wir die Rur ein Stück weit passierten, ging es durch den schönsten Herbstwald wieder aufwärts und nun erlebten wir die ersten Sonnenstrahlen, die uns auf einer Höhenwiese begrüßten.

 

Wasser gab es – immer wenn wir im Tal waren, reichlich für die Jungs. Kurz vor dem nächsten Anstieg zum durch das Belgenbachthal zum Höhenweg lud die Rur dann wirklich zum richtigen Baden ein. Hier verweilten wir eine viertel Stunde. So viel Zeit muss sein ;-).

   
   Nun verließen wir den Eifelsteig, um nun auf der anderen Seite des Rurtals wieder zum Ausgangspunkt zu gelangen. Über kleine Felsenpfade stiegen wir auf bis zum Höhenweg. Hier machten wir nochmals eine kurze Trinkpause am Gedenk- und Gipfelkreuz  auf einer Ley oberhalb des Belgenbachtals.
   

Während ich alleine kurz auf die Ley kletterte um wieder einmal tief in den Abgrund zu schauen 😉 . Erholten sich die Buben. Jeder auf seine eigene Weise. Capper – wie soll es auch anders sein – LUSTKUGELND!

Nach einem Aufstieg, kommt bekanntlichermaßen auch ein Abstieg. Und damit hatten die Jungs erneut die Möglichkeit, mehrfach in den Belgebach zu springen.

Hier unten versprach ich den Jungs, dass wir spätestens in einer halben bis dreiviertel Stunde eine größere Rast machen würden. Sobald sich ein nettes Eckchen finden würde, wäre Pause. (Mittlerweile verspürte ich auch etwas Hunger.)

Es folgte das unschönste Stück auf der gesamten Wanderung. Warum auch immer hatte man aus dem Tal aufwärts einen Weg mit frischem Schotter zugeschüttet. Dies war wirklich nicht schön zu gehen. Aber noch ca. einem Kilometer war der Spuk dann vorbei. Wir begaben uns wieder auf einen Waldpfad, um auf ca. 500 Meter Höhe eine Snackhütte mit wunderbarem Ausblick – dieses mal gegenüber der Perdsley auf das Rurtal zu bestaunen.

  Und Suriman entdeckte die Snackhütte natürlich als erster und besetzte sie postwendend. 🙂

Würstchen, Trockenpansen, Brot und Obst sowie Wasser ausgepackt und einfach einmal ein halbe Stunde nur dem Wind und den Waldgeräuschen lauschen. Das war herrlich.

Hier hatten wir 12 Kilometer absolviert. Ein Blick auf mein GPS zeigte mir, dass wir dennoch mindestens noch 7-8 Kilometer vor haben würden.

Auf, auf – wir müden Krieger! 🙂 Weiter geht’s!

Talwärts ging es wieder auf schönen Wiesenpfaden entlang des Waldes.

Bis wir unten angekommen wieder ein Plantschpause an der Rur einlegten. Nun waren wir alle 4 schon ziemlich k.o.

Dennoch, es führte kein Weg dran vorbei. Auch hier mussten wir uns noch ein weiteres Mal den Berg hoch mühen.

Das ist das, was die Eifel so unendlich schön macht.

Es gibt so viele verschiedene Facetten der Natur zu genießen. Sonnige Hügellandschaften, dunkle Täler, tosende Bäche, stille Wasser … Einfach nur toll.

Die Spaniels – mittlerweile auf brauchbarer Betriebstemperatur – ließen sich nun auch recht leicht händeln. Suri war zwar auch müde, dennoch immer noch so fit, dass er oft und gerne den Scout spielte und fröhlich vorweg trabte.

Für mich ist es einfach nur pures Glück, zu sehen, wie entspannt die Spaniels sind und wie fit der Suri-Man geworden ist.

 

Fazit: Es war wieder einmal eine wunderschöne Tour. Anstrengend war es – aber einfach nur herrlich!

Unsere Streckendaten:

 

 

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