Wandern

Glessener Höhe – aus kleinem Spaziergang wurde etwas mehr ;-)

Die Urlaubszeit schmilzt dahin. Ach Menno …

Und dann noch einen Erkältung im Anmarsch. Trotzdem wollte ich mir das einigermaßen schöne Wetter nicht entgehen lassen. Gut – wir haben uns vorgenommen, eine kleinere Tour von ca. 5 – 6 Kilometer auf der Glessener Höhe zu machen. Dort waren wir bisher noch nicht und diese fehlte einfach noch auf der Liste der hiesigen Anhöhen. Damit haben wir alle Rekultivierungsgebiete des Braunkohle-Abbaus durch und abgehakt. 🙂

So viel vorab: Aus den geplanten 5-6 Kilometern sind dann 15 geworden! 🙂 Irgendwie ja schon klar, wenn uns 4 die Neugierde packt…

Mit einer kurzen Anfahrt, starteten wir unsere Tour auf einem kleinen Parkplatz an der Landstraße in der Nähe von Oberaußem.

Ich hatte mir im Vorfeld keine Route zusammengestellt, sondern wir wanderten „frei Schnauze“ einfach mal drauflos. Dies hatte natürlich zur Folge, dass einige Wege in eine Sackgasse führte, z.B. aufgrund von Durchgangsverboten, da hier und da die RWE ihr Gebiet hat.

Uns drängte nichts, also war das auch kein Problem für uns. Somit hatten wir genügend Gelegenheit, das Umfeld zu inspizieren. 🙂

Ganz typisch für unsere Heimat: Einmal fühlt man sich wie im Urwald. Nichts deutet darauf hin, dass Braunkohleabbau, Industrie und Großstädte in greifbarer Nähe sind und dann wiederum holen uns signifikante Merkmale ein, wie Rauchwolken, Kühltürme, Strommasten, Windräder …

Es ist ein Wechselspiel zwischen ui und pfui… Aber auch das hat etwas ganz eigenes.

  Wir wanderten zunächst auf kleinen Pfaden durch den Abtsbusch bei Oberaußem. Hier sagen wir einige Eichhörnchen. Ansonsten deutete allerdings wenig auf Wild hin. Die Spaniels jedenfalls waren ziemlich relaxt.

Süß – eine Snackhütte nach schon 1,5 Kilometern, musse von Suri gekapert werden.

  Der Abtsbusch ist zum Gehen wirklich ein kleines Paradies. Neben ausgebauten Wegen gibt es sehr viele kleinere Naturpfade. Erstaunlich, wie grün es hier im Frühherbst noch ist.

Wir umrundeten den Abtsbusch, gingen im „Tal“ etwas oberhalb der Bahnlinie entlang, um die Bahnstrecke zu überqueren.

 

   

Die Glessener Höhe

Jetzt befanden wir uns auf der Glessener Höhe. Für mich erscheint sie noch super jung. Anders, als zum Beispiel unsere Heimatstrecke oder die Sophienhöhe, kommt die „Künstlichkeit“ schon sehr zum Vorschein. Etwas parkartig muten die Wege und die Anordnung der Bäume an. Das ist einerseits hübsch anzusehen, andererseits auch ein wenig langweilig.

Wir erreichten nach knapp 7 Kilometern die Anhöhe. Auch ein klassisches Bild unserer Abbau-Landschaft. Eine große weite Fläche, Felder in der Mitte, umsäumt von Bäumen. Die Wolken brachten ein irres Flair in den Anblick.

Hier durften wir auch noch einmal einen kleinen steilen Pfad erklimmen. Eine willkommene Abwechslung zu den langweiligen geraden Wegen auf dem Anstieg der Glessener Höhe.

Kurze Zeit später erreichten wir das „Gipfelkreuz“.

Dieses liegt in 204 Metern Höhe und bietet eine wunderschöne Aussicht auf das Umland Richtung Köln und Pulheim.

Die Glessener Höhe entstand zwischen 1955 und 1970[3]. Das größtenteils unbewaldete Hochplateau wird landwirtschaftlich genutzt, die Hänge sind mit Mischwald aufgeforstet. Auf der Erhebung verlaufen viele Wander-, Rad- und Reitwege, die auf mehreren dortigen Informationstafeln verzeichnet sind.

An der östlichsten Stelle des Plateaus, die etwa 260 m südöstlich des Kippengipfels liegt, befindet sich ein 1987 erstmals aufgestelltes und 1999 wiedererrichtetes Bergkreuz: Auf einem Betonsockel mit Aufschrift „Glessener Höhe“ – „204 m“ ist es als imprägniertes, schlichtes Holzkreuz mit Inschrift „1987“ – „Neu“ – „1999“ ausgeführt.  V

(Quelle: Wikipedia)

 

Es versteht sich von selbst, dass wir hier eine Snackpause einlegten. Das Wetter spielte auch mit, so dass wir tatsächlich einen himmlischen Ausblick genießen konnten.

 

Wir lassen unseren Blick in die Ferne schweifen und können auf ein herrliches Panorama blicken. Von Düsseldorf über die Kölner Bucht, hier sei der Fernsehturm und der Dom erwähnt mit dem Hintergrund das Bergische Land und das Siebengebirge. DAS hatte wirklich etwas!

Über die sogenannte „Himmelsleiter“, 397 Stufen, die zum Gipfelkreuz führen, ging es für uns nun bergab in das NSG Königsdorfer Forst.

Diese Stufen waren aber so schmierig und glatt, so dass es ein Segen war, dass die Spaniels so brav waren. Ich jedoch bin neben den Stufen gegangen, denn auch ohne Spaniels hätte ich mich mit Sicherheit dort langgelegt.

Es folgte ein Marsch durch den Forst, der keine Highlights bot, jedoch wirklich erholsam war. Ruhig, menschenleer, tolle Farben. Wenngleich die Wege nun wieder so typisch „Stadt“ waren. Gerade und eben.

Gut, dass die Wildschweine hier ein wenig werkeln, so dass es alles nicht mehr ganz so furchtbar aufgeräumt aussah. 😉

Ein Snackhütte fand Suri dann noch am Wegesrand. Schmunzeln musste ich doch, dass diese Hütte den Namen „Masurenhütte“ trägt.

Wir liefen talswärts wieder Richtung Bahngleisen, die wir dann auf einer breiten Brücke überquerten.

Nun wurde es tatsächlich noch einmal abenteuerlich. Meine GPS-Gerät nach, musste ich mich nun irgendwie anord-westlich orientieren. Hier fand ich dann auch einen kleinen Weg, den wir 4 dann einschlugen.

Dieser Weg entpuppte sich als ein wildromantisches Abenteuer 🙂 . Das Gras wurde immer höher, der Untergrund immer nasser – und irgendwann gab es eigentlich keinen Pfad mehr. Augen zu und durch – bis wir eine Lichtung passierten, auf der zumindest ein Hochsitz stand. Für mich ein Zeichen, dass es hier auf jeden Fall einen Auswegweg geben würde.

Noch ein Blick auf mein GPS. Irgendwo müsste es einen Pfad bergab geben. Entfernungstechnisch waren wir nicht mehr allzu weit vom Auto entfernt. Aber wo???

Nach rechts Ausschau halten.

Und richtig – ein Hauch eines Pfades war zu erkennen. Wir boxten uns durch. Dies war mit Abstand die größte Herausforderung auf dieser Tour. 🙂

Und sieht da! Auf einmal standen wir auf einem Weg, der uns halbwegs zivilisiert und bekannt vorkam. Und richtig: keine 600 Meter weiter und wir sind an unserem Ausgangspunkt angekommen.

Fazit:

Unsere Heimat hat einfach auch ihre Reize. Es ist nicht anspruchsvoll und sicherlich auch nichts, wo ich jedes Wochenende touren wollen würde. Aber hin und wieder die heimische Gegend zu erkunden – und es gibt wirklich immer etwas zu entdecken – das macht schon Spaß.

Ein kleiner Scherz am Rande:

Wenn die Spaniels als Zugtiere gelten, dürfen wir nicht durch den Abtsbusch wandern. 😉

Und hier noch die obligatorischen Streckendaten:

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