Wandern

Ourtal (deutsch-luxemburgisches Hoheitsgebiet) – Vianden … unser kleines Abenteuer

Einmal im Jahr muss ich mir den Luxus einer Wanderung in der Südeifel oder in Luxemburg gönnen. Mal die Teufelsschlucht, mal die Luxemburger Ardennen, die geografisch der westlichste Teil des rheinischen Schiefergebirges sind. Ich nutzte die Gunst der Stunden, 1. einen regenfreien Tag, 2. Urlaub 🙂 , um mich mit meinen Buben ins Grenzgebiet D-L aufzumachen.

In der Vorbereitung stieß ich auf eine Tour, die mich begeisterte. Ausgeschrieben mit hohem Schwierigkeitsgrad, wunderbaren Aussichten, historischen Highlights und der unbedingten Empfehlung, unbedingt trittsicher und zu sein und ein wenig Erfahrung mitzubringen. Ich war gespannt, freute mich riesig und deshalb fiel es mir leicht, mich morgens um kurz nach 4 Uhr aus dem Bett zu schälen.

Es hat sich gelohnt – auch wenn der Nebel einige wunderbare Motive etwas „vernebelte“.

Da sich die Anreise etwas kompliziert darstellte, weil es zwischen den Dörfern eine Umleitung gab, konnten wir unseren Track erst gegen 7.40 h starten. Dies war aber, aufgrund des Nebels, auch nicht weiter tragisch. Wir starteten also im Nebel, bei 8 Grad Celsius und jede Menge „Erwartungen“ im Kopf. 🙂

Es ging los über eine riesige Brücke über die Our (noch auf deutschem Gebiet), mit dem ersten Ziel – die Burg Falkenstein.

Hierzu gab es gleich einen knackigen, felsigen Aufstieg durch den Wald: 220 Höhenmeter auf etwa einem Kilometer. So etwas hat man in den Mittelgebirgen auf Wanderwegen nicht zu oft.  **schwitz**.

Übrigens weiß ich nicht, was Laurin am frühen morgen gefrühstückt hatte. Er dampfte mit mindestens 320 PS zuviel los. Und dies hat sich – während der gesamten Wanderung auch nicht wirklich gegeben. Deshalb war die Tour für mich nicht nur wandertechnisch anspruchsvoll, sondern auch ein wenig von der Muskelkraft her, den Burschen in Schach zu halten und manchmal ein nervig, weil er irgendwie so gar keine Geduld hatte an diesem Tag. Aber so ist es eben: Ist ja schließlich auch nur ein Mensch, mein Rinchen 😉 !

Burg Falkenstein

Der Weg dorthin ließ schon ein wenig erahnen, dass wir es mit einigen Felsen aufzunehmen haben.

Vom Startpunkt her sah sie so unendlich weit weg aus…

 

Vermutlich wurde die Burg in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts von den Edelherren von Falkenstein erbaut und später von den Grafen von Manderscheid weiter ausgebaut. Die Hauptburg und die Burgkapelle stammen aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. 1679 wurde die Burg zerstört, später wieder aufgebaut.

Burg Falkenstein, bis Ende des 18. Jahrhunderts zum Herzogtum Luxemburg gehörend, war bis zum Tode seiner letzten Bewohnerin Anna-Maria de la Gardelle von Falkenstein, Tochter von Adam Heinrich de la Gardelle von Falkenstein, im Besitz der Französisch-Luxemburgischen Familie de la Gardelle von Falkenstein. (de Fauconpierre)

(Quelle Wikipedia)

   Wir beäugten das beeindruckende Gemäuer, das sich im Privatbesitz befindet. Von daher konnten wir dort nicht ganz so frei rumturnen.

Das untere Bild links zeigt die Burg kurz vor dem Tourenende, fotografiert aus dem Tal bei Bivels.

Von hier aus ging es zum höchsten Punkt der Strecke, zum Weindell. Dieser zeigte sich – wie sollte es auch anders sein – nebelverhüllt. Das hatte so seine ganz eigene Atmosphäre.

Trotzdem machten wir eine kleine Trinkpause. Außerdem musste ich mich meiner Jacke entledigen – der Aufstieg war doch etwas schweißtreibend gewesen.

Jetzt ging es durch den Wald – fast ebenso rasant an Höhenmetern bergab, wie es auch schon bergan begonnen hatte. Wie gesagt – bei meinem Turbo-Laurin kein lustiges Unterfangen 😉 .

Unten angekommen, gab es einen Bach und eine überdachte Brücke. Ein kurzes Bad für die Jungs war willkommen, dann zogen wir weiter auf einem sehr kurzen sehr leicht zu gehenden Stück. Das kam gut, um die murrenden Muskeln wieder in Stimmung zu bringen.

Nicht lange währte diese Erholungsphase, denn schon bald stiegen wir wieder in das felsige Gebirge – nun auf Luxemburger Gebiet. Hier waren wieder einmal auf relativ kurzer Strecke einige Höhenmeter zu überwinden.

Mit einer gewissen Spannung kraxelte ich mit den Jungs bergauf-bergab. Ich wusste ja, dass es eine heikle Passage geben würde, allerdings wusste ich nicht genau, WANN wir auf diese treffen würden.

Deshalb durfte Suri ab hier auch nicht mehr uneingeschränkt unseren Scout spielen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste und Suri wurde häufiger als sonst gestoppt.

Der Lätgesbergkamm

… dann kam der Pass über den Klettersteig Lätgesberg. (Das Bild zeigt den Kamm von der anderen Seite des Ourtals.)

Diese Passage ließ mich dann doch erst einmal überlegen, ob es mit 3 Hunden machbar ist. Nicht nur, dass es rechts und links fast senkrecht runter ging. Es war auch eng und unübersichtlich, da ich nicht über die nächsten Felsen rüberblicken konnte und somit auch keine Schimmer hatte, was sich dahinter verbergen würde. Angst (was ein schlechter Ratgeber auf solchen Touren ist) hatte ich nicht. Aber Respekt. Nach einigen Überlegungen bin ich zum Entschluss gekommen, dass ich die Buben einzeln, also nach einander über den Pass führen würde. Laurin und Suri wurden so kurz angebunden und gesichert, so dass sie sich nicht beim Warten nicht durch einen Fehltritt in die Tiefe katapultieren würden. Mit Caps begann ich den ersten Gang. Während ich lautstark mit den wartenden Hunden redete, da sie mich nicht sehen konnten, als Capper und ich hinter dem Felsen verschwanden. Ich wollte einfach, dass keine Panik aufkommt. Als Caps und ich diese Passage geschafft haben, habe ich Caps gesichert und bin wieder losgekraxelt, um den Suri-Man zu holen. Der benötigte weitaus mehr Unterstützung, ist aber insgesamt einfach super brav unterwegs. Geschafft. Danach die Nr. 3 – also das Rinchen auch noch abgeholt. Keine 10 Meter weiter standen wir vor einer steilen Felswand. Es ging ca. 2,30/2,50 m steil nach unten. Nur kleine Felstritte, also nichts, was man mal eben so macht. Die Spaniels oben (von meinem Bauchgurt gelöst) abgelegt, Suri warten lassen und runter geklettert. Dann den Suri mit Unterstützung diesen Abgang runtergehieft – also am Geschirr gesichert und ab die Post. Dann die Spaniels gerufen, die zum Glück hier sehr führig waren. Die durften dann einzeln, ebenfalls mit meiner Unterstützung dann auch „Bergziegen“ spielen. Ja … das war schon heftig.

Die steilen Wände fallen ca. 200 Meter nahezu senkrecht in die Tiefe.

(Die Grenzroute / Grenzsteig D-L )

Vianden

Wir verschnauften kurz und begaben uns dann in den restlichen Abstieg ins Ourtal zum Städtchen Vianden. Hier war wandertechnisch gesehen wieder eine kleine Erholungsphase angesagt, denn wir gingen ein Stück weit auf einem befestigten Weg entlang der Ourtalsperre, überquerten die Sperrmauer mit einem wunderbaren Blick auf Vianden und den Friedhof, der mich ein wenig an den Petersfriedhof in Salzburg erinnerte.

 

 

 

Alte Erinnerungen werden wach … 🙂

Schloss Vianden

Nachdem wir uns im Städtchen Vianden ein wenig umgeschaut haben, wurde es wieder Zeit, etwas für die Fitness zu tun. Nicht, wie die Touris, die sich bequem mit dem Sessellift zum Schloss chauffieren ließen … nein, wir 4 gehen per pedes. Logisch. Allerdings sparten wir uns einen Schlossbesuch, da Sonntagsmittag um diese Zeit dann doch auch der letzte Langschläfer wach war und die Burg entsprechend einen Besucheransturm erlebte.

Sie wurde vom 11. bis 14. Jahrhundert auf den Fundamenten eines römischen Kastells und eines karolingischen Refugiums gebaut. Geprägt von den Hohenstaufen, handelt es sich bei dem Schlosspalast um eine der größten und schönsten feudalen Residenzen der romanischen und gotischen Zeit in Europa. [mehr]

 

Das Bild links entstand nach einem Anstieg zum benachbarten Berg.

Snackhütte oberhalb des Ourtals

Wir genießen beim schweißtreibenden Aufstieg vom Schloss die Aussichten ins Ourtal Richtung Deutschland und gelangen zu einer wunderschön gelegenen Schutzhütte auf einem Kamm. Wohlwissend, dass uns danach wieder ein steiler Abstieg bevorstehen würde, entschloss ich mich zu einer längeren Snackpause. Suri hatte die Hütte schon im Visier und machte sehr deutlich, dass es an der Zeit war, endlich ordentlich Mittag zu essen. Sein Wunsch war mir selbstverständlich ein Befehl. 🙂

Also wurden Kekse, Würstchen, Wasser, Obst und Brote ausgepackt und wir gönnten uns 40 Minuten Pause.

Veianer Bildchen

Nun folgte der letzte anstrengende Abstieg zum letzten Highlight dieser Tour. Wir hatten die Waldkapelle Veianer Bildchen (Viander Bildchen) im Auge, die entfernungsmäßig zwar nur 300 Meter von der Schutzhütte weg lag, aber auf 250 Streckenmeter gute 100 Höhenmeter zu meistern waren. Das ging ganz schön in die Knie und Wadenmuskulatur. 😉

 

Die Muttergottenkapelle ( Chapelle Notre-Dame ), wie die Bildchen-Kapelle genannt wird, wurde 1848 von den Plänen des Staatsarchitekten Charles Arendt im gotischen Stil erbaut. Die Kapelle ist 7 m lang und 5 m breit. Von der Veianer Kapelle Kapelle ist der gotische Altar aus massivem Sandstein, auf dem ein neigotisches Retable liegt , wo sich das Bild befindet.
Von Mai bis Oktober jeden Mittwoch Messe ist ein Ort für die Kranken in der Kapelle. Von Sonntag bis Sonntag ist der Tageseinkauf das Picknick in der Trinitarischen Kirche. Jedes Jahr, der Sonntag nach dem 16. August, ist ein großer Rush in den Bildern. (Quelle: Wikipedia)

Fast geschafft

Unten um Ourtal angekommen, blicken wir noch einmal zurück auf „unsere“ Snackhütte. Zwischen uns und ihr liegen nun etwas mehr als 1000 Längen- und 150 Höhenmeter. Eigentlich nicht viel… eigentlich. Ist man das gegangen, sieht man Längen- und Höhenmaße auf einmal mit anderen Augen 😉 …

Jetzt wandeln wir noch 1,5 Kilometer auf einem seichten und ebenen Pfad an der Our entlang – quasi zum Cooldown und genießen dabei noch ein wenig Natur.

Nach 13,4 Kilometer sind wir am Ziel angekommen. Hier machte es sicherlich nicht die Länge. Wir hatten die Option, die Tour zu verlängern. Dankend haben wir – mit Rücksichtnahme auf unsere Muskeln – darauf verzichtet 😉

 

Fazit: Was für eine Tour! Anstrengungen, die wir gerne in Kauf nehmen, um wieder etwas im Gedankenspeicher abzulegen. Allerdings – wöchentlich würde ich das so nicht machen. Bei längeren Touren mit weniger Schwierigkeit ist der Erholungswert höher.

Dennoch – genau diese Touren bringen die Würze in das wunderschöne Hobby Wandern.

Hier die Streckendaten:

Ein kleines Video mit den schönsten Eindrücken

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