Wandern

Ehrbachklamm & Schloss Schöneck – ein Wahnsinn!

Endlich habe ich meine absolute Wunschtour realisiert. So lange stand sie schon auf meiner To-Do-Liste. Selten habe ich mich, wie ein kleines Kind, auf diesen Tag gefreut.

Die Ehrbachklamm in Kombination mit Schloss Schöneck

Der Wetterbericht hatte in der Nacht bis zum frühen Morgen noch Gewitter gemeldet, die gegen 5.30 / 6.00 Uhr aber vorbei sein sollten. Als Optimist stand ich also um 4 Uhr in der Frühe auf, um gegen 6.00 Uhr dann die Wanderung beginnen zu können.

Auf der Fahrt in den Hunsrück gab es noch einige Gewitterschauer, die sich aber – wie abgesprochen – beim Eintreffen am Startpunkt verdünnisierten. So bot sich zunächst ein düsteres Bild: Ein wolken- und nebelverhangenes Panorama, was aber irgendwie den Charme eines Spätsommer/Frühherbst-Tages ausmacht. Und ich war mir sicher, dass es spätestens in einer halben Stunde ganz anders aussehen würde. So war es auch.

Wir 4 begannen also gegen 6.30 h unser „Projekt“ auf den Traumschleifen Ehrbachklamm / Schöneck-Runde.

Zunächst ging es eine Strecke über einen Wiesenkamm, um dann alsbald bergab in den Wald zu laufen. Zum Einstimmen und „Warmmachen“ ganz sinnvoll. Wobei – auch wenn es „nur“ 17 Grad waren, es war schwül-feucht, von daher schon am Beginn der Tour ein wenig schweißtreibend.

Beulsley

Schon nach kurzer Zeit „erklommen“ wir den ersten Anstieg zur Beulsley. Von hier hat man einen Ausblick über das Ehrbachtal, welches aber für uns noch im Nebel verhüllt war.

Jetzt ging es weiter durch den Wald. Es war angenehm zu gehen, nicht besonders schwer. Doch – vielleicht für mich, da wir auf diesem Stück einen kapitalen Bock sahen und die Spaniels völlig aus dem Häuschen gerieten. Da hatte ich bergab wieder alle Hände voll zu tun. 😉

Suri freute sich, dass er eine Snackhütte entdeckte. Und schwupp – weg war er – um dieses Häuschen schon mal in Augenschein zu nehmen. (Eine Freizeitstätte an der „Stierwiese“, die jedoch ruhig und verlassen dort lag.)

Nach etwas über einem Kilometer kam es dann:

Das Ehrbachklamm!

Schon am Anfang war ich ziemlich beeindruckt… aber es wurde noch viel besser, schöner und umwerfender.

Beeindruckend, was die Natur hier bietet. Die Lautstärke des Flusses, der sich durch die Klamm drückt, ist enorm. Für uns 4 war das ein wirkliches Erlebnis. Ähnliches habe ich nur in den Alpen erlebt. Darüber hinaus gab es natürlich Wasser ohne Ende, was die Hundekumpels natürlich an vielen Stellen ausnutzten.

   
   Ein wenig „waschküchenartig“ war es, aufgrund der Feuchtigkeit. Abenteuerlich sicherlich auch das Kraxeln über nasses Schiefergestein.

Es gab ein paar Herausforderungen zu meistern. U.a. Eisenleitern, die die Spaniels ohne Probleme erkletterten. Suri bekam entsprechend Trage- und Schützenhilfe.

Auch einige Felsenvorsprünge konnten die Spaniels gut erspringen, während ich Suri hier und da mal hochhiefen musste.

Die Brücken über den Ehrbach waren top in Schuss, allerdings schmierig glatt durch die Nässe.

   
   

Für die Ehrbachklamm, die gemessen an der Streckenlänge, nur einen Bruchteil der Kilometer ausmacht, nämlich ca. 2,5 Kilometer, benötigten wir extrem viel Zeit. Dies aufgrund der Wasser- und Plantschpausen, der Fotopausen und natürlich auch deswegen, weil einfach über Schieferfelsen kein Tempo angesagt ist.

Hier ein kleiner Einblick in bewegten Bildern.

Kaum hatten wir die Klamm hinter uns gelassen, kam ein recht steiler Anstieg, die Rauschenburger Steige, zum

Schöneckblick.

Ein wundervoller Anblick. Die Sonne kam über den Berg. Schloss Schöneck noch im Nebel am Horizont. Diese Stille nach der brausenden, lauten Klamm.

Ein perfekter Ort, das erste Frühstück zu genießen.

Es war ein zauberhafter Moment dort. Und auch die sich zunächst lautstark beschwerenden Hornissen, die in einer Eiche wohnten, merkten sehr schnell, dass wir nichts von ihnen wollten. Sie gaben alsbald auch Ruhe und wir konnten weiterhin unser erstes Frühstück genießen. 

Nun folgten wir einem relativ einfachen Weg durch den Wald zu unserem nächsten Ziel.

Die Daubisberger Mühle

Hier war man gerade dabei, für Gäste die Frühstücksgarnituren nach draußen zu tragen. Wir bewunderten die Wassermühle und zogen weiter am Ehrbach entlang mit dem Ziel „Schloss Schöneck“.

Kurz nach der Mühle entdeckte Suri noch einen alten Schieferstollen. Es war halt keine Snackhütte. Sehr schade für den Suri-Man, aber er hat es ohne Murren und Zetern verschmerzen können.

Mit der nächsten Station im Blick marschierten wir abermals bergauf – schwitz – zunächst über blanken Schiefer, dann in Serpentinen zum

Schloss Schöneck

Oben angekommen, „begrüßten“ uns die vermoosten Gemäuerreste. Wir passierten diese, um dann vor der nächsten schier unmöglichen Aufgabe zu sehen. Felsenabhang, kleiner Steig, Sicherungsseil. Wie sollte ich das lösen?

(Bild oben: Laurin beim Abstieg im Alleingang)

Ich sah, dass es „nur“ ein kurzes Stück war und ich beschloss, die Spaniels von der Leine zu lassen. So hatte ich meinen Kopf und eine Hand frei, um Suri etwas Sicherheit zu geben.

Wir schafften das. (Super stolz auf Suri-Man) und gingen nun, auf einen Abstecher, zum Schloss Schöneck hoch.

Die Burg entstand im 13.Jahrhundert als Reichsburg auf einer Felsnase oberhalb des Ehrbachtals. Nach der Eltzer Fehde wurde sie Verwaltungssitz des Trierer Kurstaates. Im 16.Jht wurde sie verlassen und verfiel. Im 18.Jht wurde sie als Schloß wieder aufgebaut und ist seither in Privatbesitz.

 

   Wir verweilten kurz an einem Mittelalterlichen Brunnen. Logisch, dass wir noch ein „Familienfoto“ schießen mussten.

Und schon hatten wir – mittlerweile wurde es wirklich warm – unser nächstes Ziel und gleichzeitig unsere nächste Pause – im Fokus…

Schwedenschanze

Die Schwedenschanze erreicht man – wiederum durch einen kleinen aber knackigen Anstieg und hat von dort aus einen himmlischen Blick zum Schloss Schöneck und über die Landschaft im Hunsrück.

Mittlerweile wirklich warm durch die Sonne, kam eine Rast für ein 2. Frühstück sehr gelegen.

Was es mit der Schwedenschanze auf sich hat, ist sehr schön auf der Tafel (siehe oben) beschrieben worden.

Jetzt folgte der gewissermaßen unspektakulärste Teil der gesamten Strecke (jedoch nicht langweilig!). Dennoch fast der kraftraubendste Teil, da wir auf Feldern in praller Sonne gingen. Der Wind war angenehm, aber wenn man schon einiges getan hat vorweg, dann merkt man die Mittagssonne doppelt stark.

Wir gingen also von der Schwedenschanze über eine wunderschön gelegene Freizeitanlage über die Felder zum „Auf Höchst“, dann zum Waldecho, um dann wieder in den Wald einzutauchen.

Auf Höchst & Waldecho

Suri möchte „Auf Höchst“ gerne eine kleine Pause einlegen.

(rechts) Laurin überlegt, was es mit dem „Waldecho“ wohl so auf sich hat. 🙂

Steinerner Hund mit Blick auf die Ruine Rauschenburg

Ab jetzt wurde es wieder richtig interessant. Auf schmalen Felswegen erklommen wir den „Steinernen Hund“ mit einem ersten Blick auf die Ruine Rauschenburg. Von hier aus reihten sich dann wunderbare Highlights aneinander…

Die Petersley

In Serpentinen hoch und runter gingen wir zur Petersley. Wunderschöne Eichenwälder und Heide machten das zum Augenschmaus. Auf der Petersley machten wir abermals eine Trinkpause, weil es wirklich arg warm wurde. Die 3 mitgeführten Liter Wasser schwanden langsam aber sicher dahin. Gut, dass wir am Anfang sparen konnten, da der Ehrbach ja genügend Durstlöschfunktionen bot. 😉

Bei einer wundervollen Fernsicht – nun sogar noch ein Stück höher als die Ruine Rauschenburg, genoss jeder seine Ruhepause auf seine jeweils eigene Art und Weise.

Capsi kugelte Lust 😉 , Laurinchen inspizierte Felsabhänge und Suri-Man bevorzuge es, unter einer Eiche seinen Snack einzunehmen und ein wenig zu chillen.

 

Von hier aus hatten wir bereits unser nächstes Ziel im Visier:

Die Teufelskanzel

Bis dahin hatten wir aber noch etwas Schweiß aufzubringen. Natürlich ging es erst einmal bergab. Danach folgte dann ein Stück durch ein Tal mit einem Bachlauf. Hier konnte ich sogar Laurin von der Leine lassen, da er müde genug war, um sich zwar für Wildspuren zu interessieren, aber nun auch brav genug, um auf leise Rückrufe sofort anzuspringen. (Leckerchen waren nun doch wichtiger, als jede Anstrengung, irgendwelchen Spuren zu folgen. ;-).

Hier ein kleiner Ausschnitt vom Abstieg von der Petersley und der Aufstieg zur Teufelskanzel.

Yeah – und nun Freilauf für alle. Und ich hatte ein wenig Erholung von meinem mobilen Frontantrieb 😉

Nach dem „Freilauf“ erklommen wir auf Serpentinen die Teufelskanzel. Auch hier legten wir wiedermals eine kurze Trinkpause ein. Nunmehr waren es noch etwa 3 Kilometer bis zum Ausgangspunkt.

Nach dem Abstieg entdeckte Suri – sehr zu seinem Glück – noch eine Snackhütte.

Die „Waldesruh“

Auch wenn es jetzt nur noch 1,5 Kilometer bis zum Ausgangspunkt waren. Ich konnte es nicht über’s Herz bringen, ihm seinen Snackpausen-Wunsch abzuschlagen. Also gab es noch einen Keks für die Jungs und etwas zu trinken. Danach hüpften die 3 freudestrahlend durch den Wald am „Theaterplatz“, einem Kinder-Abenteuerspielplatz vorbei, bis wir kurze Zeit später über die Felder den Wanderparkplatz erreichten.

Fazit:

Für mich eine der beeindruckendsten Touren. Sie zählt auf alle Fälle mit zu meinen WOW-Wanderungen. Hammergeil! Mit einer tollen Mischung aus Anstrengung und Wegen zum Relaxen und vor allem, mit so vielen Zielpunkten und Highlights, dass man sich immer weiter freut, den nächsten Punkt anzusteuern.

Eine schöne Zusammenfassung hier auch vom Wanderfreund „Mungo“ und seinen Dobermännern (und -frauen) 😉

Hier die obligatorischen Streckendaten und Streckeninformationen:

 

2 Kommentare zu “Ehrbachklamm & Schloss Schöneck – ein Wahnsinn!

  1. Ich kann Deine Begeisterung nachvollziehen und bin die Tour dank Deiner Bilder im Kopf noch einmal nachgewandert!

  2. Bifu1967

    Ja. Dank Deines Tipps durfte ich das auch erleben. Es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass ich dort war. Denn die Ruine Rauschenburg wollte ich auch noch bewandern. Aus Rücksicht gegenüber dem kleinen Spanier habe ich am Samstag erst einmal darauf verzichtet.

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