Wandern

Heide & Moor – und ach – die Schweine sind los…

Geplant war was ganz anderes. Aber aufgrund der langanhaltenden Regenfälle wollte ich kein unnötiges Rutschrisiko in den Bergen eingehen. Also wurde umdisponiert, wir nahmen uns noch einmal den Nationalpark De Meinweg in Limburg (Holland) vor. Dieses Mal erkundeten wir dann den östlichen Teil – eben Heide & Moor.

Es war einfach nur traumhaft.

Die Route hatte ich mir flugs heute morgen noch zusammengebastelt. Daran gehalten haben wir uns aber nur bedingt. 😉 Da gab es einfach zu viele interessante Pfade und Ecken, die wir nicht haben so einfach ignorieren können…

Davon abgesehen, dass es wirklich – trotz anfänglichem Regen (es gibt KEIN schlechtes Wetter 😉 ) – und trotz Flachland (!) wahnsinnig schön war, hatten wir auch 2 Begegnungen der anderen Art … und mein Arsch ging 2x auf Grundeis…

Die Heide fängt nun langsam an zu blühen. Leider kam die Sonne nur hin und wieder heraus, so dass die meisten Bilder nicht das widerspiegeln, was wir sahen. Atemberaubend sind trotzdem die Farben, die Weite im Moorgebiet und die Geräusche der Tiere. Aufgrund des Wetters hatten wir die ganzen 14,6 Kilometer ganz für uns alleine. Dabei war es ab 10.45 h von oben trocken, von unten natürlich nicht. Sehr zum Genuss der Fellnasen. Die fanden die Kombination aus Sandwegen und hohen Wasserpfützen einfach gigantisch brauchbar.

Überwiegend gingen wir entweder Sandwege, die für die Hunde ideal zu laufen waren oder Wiesenwege und keineswegs an irgendwelche „Autobahnen“ erinnerten. Im Moorgebiet selber gab es sehr schmale Pfade, an den Seiten dicht bewachsen mit Heide und Farnen.

Lediglich eine Strecke, die war – wie eigenartig – auf der deutschen Seite – ging es einen Schotterweg entlang. Zum Glück war der so breit und so dicht am Wald, dass wir auf dem Seitenstreifen dennoch Naturboden bewandern konnte. Also – alles halb so wild.

Direkt im Venngebiet war absoluter Leinenzwang für Hunde und absolutes Fahrradverbot. Was auch in Ordnung ist. Suri wurde an die Leine genommen. Der hat ja kein Problem damit und ist wirklich immer super lieb. Und das war – letztendlich auch gut so…

Diese recht lange Brücke führte uns direkt ins Venngebiet. Unter uns Moor und Farne.

Dahinter ging es einige Meter über kleine Pfade und Stege. Gut nur, dass ich Suri auch an der Leine hatte. Denn eine Kreuzotter beschloss, die aufkommenden Sonnenstrahlen zu nutzen, um in Richtung Sand zum Auftanken zu kriechen. Ich sah sie direkt unter uns … Ohhhhh

Sicherlich verständlich, dass ich meine Augen in diesem Gebiet ziemlich konzentriert gen Boden richtete.

Die Landschaft ist geprägt durch Heide, Fichten und Eichen.

An einer schönen Stelle am Rande des Moorgebiets machten wir eine kleine Snack-Pause.

Da mutierte Laurin dann zum Biber ;-), wie die beiden nachfolgenden Bilder dokumentieren.

Und dann ereilte uns die 2. Begegnung, die mir den Schweiß ausbrechen ließ.

Auf einem schmalen Pfad am Rande des Venns wurden die Spaniels – alle beide – extrem unruhig. Hier die Nase rein, dort die Nase rein. Ich hatte aber kein Wild – nichts – gar nichts gesehen. Aber irgendwie waren sie noch anders, als sonst, wenn sie etwas in der Nase haben.

Ich kämpfte mich noch einige Meter mit den ziehenden Spaniels über den Pfad als dann plötzlich ein Ferkel auftauchte. Dann noch eins und noch eins… insgesamt liefen uns 5 Ferkel in ca. 25 Meter Entfernung über den Weg. (Kamera war nicht … Suri wollte los und ich musst gucken, dass er SOFORT wieder zurück kam.) Er kam sofort. Der gute Bub!

Was mir in dem Moment so durch den Kopf schoss. Ferkel! Wo ist die Bache dazu. Sind wir vielleicht zwischen Ferkeln und Bache … dann haben wir ein Problem. Suri – oh Gott – Suri komm sofort her! Was tun?

Lacht nicht – ich pfiff leise vor mich hin und entfernte mich zunächst ganz langsam rückwärts von der Stelle. Möglicherweise würde die Bache ja auch diesen Weg nutzen… Keine Ahnung. Dann wartete ich eine gute Weile ab. Die Jungs aufgeregt – aber vermutlich durch mein Pfeifen und Singen so irritiert ;-), dass sie gar nicht auf die Idee kamen, weiter zu jallern. Das war mir nur recht, denn bellende Hunde stellen ja immer eine Gefahr in den Augen von Wildtieren dar.

Nach einer Weile beruhigten sich die Jungs auch wieder und ich hatte das Gefühl, dass die Luft wieder rein ist. So zogen wir dann weiter. Und so war es auch, die restlichen 6 Kilometer konnten wir ohne weitere Begegnungen – außer bizarre Baumgestalten und wunderbare Heide – voll und ganz genießen.

Die einzeln in der Landschaft stehenden Bäume, teilweise bizarre Gestalten, durch Blitzeinschläge zu Gerippen geformt, fand ich absolut spannend anzusehen!

Heide und anderes – so weit das Auge reicht.

Ich kann mich nur wiederholen. Für diejenigen, die bereit sind früh aufzustehen oder aber ein wenig Regen in Kauf nehmen, erleben hier Natur vom Feinsten. Warum unter diesen Bedingungen? Ganz einfach: Der Nationalpark De Meinweg ist einfach eine Touri-Hochburg bei gutem Wetter. Da geben sich Spaziergänger, Radler und Reiter die Klinke in die Hand. Wobei die Reiter in Holland wirklich tolle Typen sind!

Hier die obligatorischen Streckendaten:

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