Wandern

Hohes Venn – wow und grmpf

Das Hohe Venn fasziniert mich immer wieder. Auch wenn man mit Hunden nicht in die Moorzonen darf, gibt es genügend Gebiete, die wunderschön und interessant sind. Brücken, Bäche, Moorausläufer, Steppenlandschaft, Wälder, steile Wurzelpfade, etc. Ja. Das kann man auch mit Hund erleben.

Also stiefelten wir heute gegen 6 Uhr von Ternell (Belgien) aus los. Die Tour las sich prima, ich war neugierig, was uns erwarten würde.

Landschaftlich wunderschön begann unsere Tour. Bis auf wenige Ausnahmen hatten wir immer Wasser dicht bei uns. U.a. die Bäche Ternellbach, Hill und Getzbach begleiteten uns auf unseren Wegen.

Wunderschön waren die Naturpfade, die recht anstrengend zu gehen waren. Konzentration pur wegen der Wurzeln und die Kondition wurde schon mächtig auf die Probe gestellt. Unschön und nervig war aber, dass uns die Hälfte des Weges über „Bikerautobahnen“ führte. Nicht, dass wir viele Radler getroffen hätten, aber ich frage mich allen Ernstes, wie Belgien dazu kommt, mitten durch den Wald Wege zu asphaltieren. Und das, wo sie doch sonst so für den Erhalt der Natur und ihres Venns sind. Da schüttele ich echt den Kopf.

Zunächst ging es aber gute 4-5 Kilometer durch den Busch. Wege ganz so, wie wir sie lieben. Wurzeln, Felsen, unterbrochen durch kleine Stege und Brücken. Herrlich.

Dazu kommt noch, dass ich irgendwie morgens noch mehr „offene“ Ohren habe als zu späterer Stunde. Wasserrauschen überall (das entspannt), Vogelgezwitscher und der Wind, der durch die Baumwipfel weht. Wow!

Irgendwann endete der Naturpfad und wir liefen ein Stück auf einem befestigten Weg, der in einen Wiesenweg überging (typischer Moorlandschaftsweg).

Leider war das irgendwann erst einmal vorbei. Da ging die asphaltierte „Bikerautobahn“ los. Grundsätzlich erst einmal nicht schlimm. Denn die Landschaft drumherum ist ja wirklich himmlisch. Nur wenn ein solcher Weg nicht enden will, dann nervt es irgendwann.

Tatsächlich führte uns diese Autobahn bis zum ersten großen Vennfeld. Dem „Königlichen Torfmoor“ und dem „Platten Venn„. (Ersteres ist Zone D und darf von niemandem betreten werden, dass Platte Venn ist Zone B. Hier haben nur Fußgänger Zutritt. Biker und Hunde sind grundsätzlich verboten, was für mich absolut Sinn macht und okay ist.)

Kleine Pfade und viel Wasser.

Wasserläufe, wohin man sieht.

Steil war es stellenweise.

Erfrischung für die Hunde.

Das Hohe Venn ist in Schutzzonen eingeteilt.

A: Hier dürfen sich alle aufhalten. Hunde müssen an die Leine. (Öhem, Suri WAR an der Leine. Die nur nicht immer an mir dran 😉

B: Fußgänger (keine Hunde, keine Fahradfahrer, nur und ausschließlich auf den Wegen)

C: Zugang nur in Begleitung von Rangern.

D: Niemand hat hier Zutritt. Nur mit behördlicher Erlaubnis.

Frisches Moorwasser ist lecker.

An der Hill geht es ein gutes Stück entlang.

Am Königlichen Torfmoor hatten wir ca. 9 Kilometer auf dem „Tacho“. Es war Zeit, eine Frühstückspause einzulegen. Natürlich Moorgebiet – unser Rastplatz war nur über eine Brücke zugänglich.

Snackpause – Trinken – ein wenig Ausruhen. Dann ging es weiter.

Quasi im Gleichschritt marschierten wir bis wir die einmal die N67 queren sollten. (Hier waren wir etwa bei Kilometer 12 angelangt.)

Allerdings mussten wir uns hier einen anderen Weg suchen, da es ab der Straßenquerung in das Brackvenn ging. Dies ist die Zone B, also für uns (Hunde und mich) tabu.

Kein Problem. Wir liefen ein Stück auf einem netten kleinen Weg Richtung Mützenich um das Brackvenn außen zu umlaufen. Dies war ca. 1 Kilometer mehr Strecke aber dafür gab es hier einen einen wunderschönen Weg, inklusive einem Aussichtsturm. Wir liefen durch ein Moorgebietsausläufer, um irgendwann wieder auf die eigentliche Strecke zu stoßen. (GPS macht’s möglich 😉 )

   Super Pfade in den Ausläufern des Brackvenns.

Das hat richtig Spaß gemacht.

 

  Das Aussichtstürmchen bot einen Überblick. Wobei ich es hier viel interessanter fand, die Jungs so winzig da unten zu sehen.

Nein – ehrlich: Es gibt berauschendere Ausblicke. Aber dennoch – eine nette Idee.

 

Wieder auf dem „rechten“ Pfad, nun entlang des Brackvenns.

 

Schilder weisen auf die Schutzzonen hin. Hier ging es in Zone B.

   

Suri nutzte eine Fotopause, um im kühlen Moor eine Pause einzulegen.

Nach dieser wahnsinnig schönen Passage zwang uns die Wegführung wieder auf eine Bikerautobahn. 🙁  2 Kilometer schleppten wir uns über den Asphalt. Eine kurze Abkühlungsrast machten wir irgendwann am Wegrand. Dort gab es einen schönen Zugang zur Getzfurth.

Die Jungs nutzen die Gunst der Stunde, um noch einmal ein ausgiebiges Bad zu nehmen. Ich selber musste auch mal wieder etwas trinken.

Wir wussten nicht, dass wir keine 600 Meter weiter die Getzfurth durchwaten würden.

Glück gehabt, Jungs. 2x baden ist natürlich besser als 1x baden.

Am Übergang über die Getzfurth zum Venngebiet „Rothenbüchel“ steht ein Gedenkkreuz.

Von nun an wanderten wir wieder auf super-super schönen Wegen.

Entlang des Venns „Rothenbüchel“ – dann bergab bis zur nächsten großen Badestelle.

Nach dem Bad eine gesittete Bachüberquerung.

Und dann wurde es noch einmal heftig. Sehr heftig. Aber sehr schön!

Fazit dieser Strecke:

Das Hohe Venn ist einfach einmalig. Ich glaube – entweder man liebt es oder eben nicht. Landschaftlich war diese Tour wieder ein Hit. Leider vermieste mir persönlich der große Asphaltanteil ein wenig den Spaß. Wobei ich zugeben muss, dass die anderen Passagen, also etwas über 50 % der Strecke, einfach absolut obergenial waren.

Hier die obligatorischen Streckendaten:

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