Wandern

Abendtour an der Wehebachtalsperre

Was tun, wenn ein schauriges Wetter für Samstag, unserem hochheiligen Wandertag, angesagt ist?

Aber eine Woche komplett verzichten wollte ich dennoch nicht. So bastelte ich spontan eine Route, um dann halt statt Samstagmorgen am Freitagabend ein wenig zu touren.

Lustige Idee, denn irgendwie war ich nicht mehr wirklich Herr meiner Sinne. K.O. vom Tag, der Kopf zu und einige Dinge die mir durchs Hirn schwirrten. So kam es, dass wir komplett anders gegangen sind, als geplant. Dies nur, weil ich gestern Abend irgendwie nicht mehr in der Lage war, mein GPS richtig zu lesen. **kopfschüttel**

Wie konnte mir DAS nur passieren?

Gut, dass es im Sommer lange hell ist. So konnte ich ruhigen Gewissens eine 2-3 Stunden-Tour planen ohne befürchten zu müssen, dass wir in die tiefste Dunkelheit kommen würden. Auch wenn es im Wald abends um 20 Uhr dann doch schon leicht dämmert, es ist zum Gehen noch genügend Licht vorhanden.

Eigentlich bin ich ja ein Morgenmensch und ich liebe es, früh, mit den ersten Lichtstrahlen loszuwandern. Abends ist irgendwie nicht ganz meine Zeit, wobei ich gestehen muss, dass das auch seinen Reiz hat. Aber wenn man, so wie ich, gestern aber noch den Tag – nein die ganze Woche – in den Knochen hat, dann peilt man einige Dinge nicht mehr richtig. Und so kam es, dass wir vom Startpunkt aus auch den geplanten Einstieg in die Tour nicht fanden. Ups.

Kurzerhand habe ich eine Pfadfinder-Tour daraus gemacht. Nur zwischendurch mal – zwecks Standortbestimmung – auf das GPS geguckt, ansonsten einfach mal gegangen. So kam es, dass wir teilweise auf Pfaden wandelten, die anscheinend schon seit 100 Jahren nicht mehr wirklich begangen wurden oder aber nur mal durch irgendwelche Waldarbeiter aufgesucht worden sind. Spannend – aber auch mal schick.

Ein Teil der Strecke führte auch über befestigte Wege. Die „plätscherten“ sehr easy dahin. Da konnte ich meinen Gedanken freien Lauf lassen. Und dann kamen wieder Survival-Strecken. Oha – da waren wir 4 dann wieder hellwach. Das hat Spaß gemacht.

Diese Ecke in der Eifel habe ich Anfang letzten Jahres kennengelernt, wobei wir nicht an der Wehebachtalsperre waren sondern mehr nördlich. Mir gefielen die vielen befestigten Wege dort nicht so arg, aber ich hatte es auch nicht unter „gruselig“ und „doof“ abgespeichert bei mir im Kopf. Diese Gegend passte jetzt zur spontanen Idee, eine Eifeltour mit kurzer Anfahrt zu machen.

Die Wehebachtalsperre ist eine reine Talsperre zur Trinkwasserversorgung. Von daher ist das Baden (sehr zum Leidwesen der Fellnasen) dort nicht gestattet. Aber es gab einige Bäche, die auch nicht alle ausgetrocknet waren, so dass die Nasen dennoch zu ihrem Recht kamen.

Die Talsperre ist ein mächtiges Bauwerk, wie fast alle Talsperren in der Eifel. Und auf dem Damm (Dammhöhe 49 Meter!)  hat man einen herrlichen Ausblick. Da es nach 20 Uhr auch wirklich mehr als nur ruhig und still war, hatte ich auch gute Gelegenheit, vom Damm aus die Vögel zu beobachten. Schade, dass halt die Lichtverhältnisse nicht mehr so toll waren, um gute Bilder zu machen. Aber die Kormorane und Reiher boten mir ein super Schauspiel. Und das ganz umsonst!!!! 🙂

Wir hatten eine „Entspannungstour“. Zwar war es bis 20 Uhr noch arg schwül, aber aushaltbar. Die Wege, die wir gegangen sind, waren halt keine ausgewiesenen Wanderwege, von daher konnten wir natürlich auch nichts Dolles erwarten. Der Charme an dieser Frei-Schnauze-Tour lag darin, dass wir ziemlich spontan und ziemlich planlos gelaufen sind. So kamen wir auf Pfade, die schon abenteuerlich anmuteten, was aber auch irgendwie riesigen Spaß gemacht hat.

 

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