Wandern

Einen Versuch war’s wert – Wandern im Bergischen Land

Ausflug ins Gelpetal/Im Saalscheid nähe Wuppertal-Ronsdorf

Ist schon eine ganz Weile her, als Laurin und der Caps mit mir im Bergischen Land unterwegs waren. Es war landschaftlich wunderschön, allerdings nervten mich die relativ vielen Biker. Somit hatte ich das Bergische Land zunächst einmal gestrichen. Als bekennender Eifel-Fan zog es mich sowie immer mehr dorthin, als anderswo.

Nun denn, heute probierten wir dann mal wieder das Bergische Land aus. Die Route las sich im Vorfeld interessant. Also um 9 Uhr mit Sack und Pack los.

Der erste Frust kam leider bereits beim Eintreffen auf. Keine Parkplätze, so dass ich irgendwo in dem Dorf parken musste und dann mit 3 100.000-Volt-Jungs durch dasselbe starten musste. Zwar waren es „nur“ 500 -600 Meter, aber die sind, mit ausgeschlafenen und unternehmungslustigen Boys nicht wirklich wenig.

Aber kaum hatten wir dieses elende Stück hinter uns gebracht, wurde es erst einmal landschaftlich und zum Gehen wunderschön.

Wir waren im Null-Komma-Nix auf einem schönen Naturweg, der runter ins Gelpetal führte. Leider runter – wie gesagt – beim Start sind die Jungs immer hellwach, da ist mir „hoch“ eigentlich zum Starten lieber als runter. Aber das Leben ist kein Ponyhof 😉

Die ganzen 11,5 Kilometer wechselten sich solche Wege (wie im Bild nebenstehend) mit kleinen Trampelfaden ab. Hin und wieder gab es auch ein paar Schotter- oder ausgebaute Wanderwege, alles in allem war es soweit so gut.

Anspruchsvoll waren sowohl die Pfade bergauf als auch hier und da mal etwas steiler bergab. Diese lassen sich sicherlich – ohne Hunde als Frontantrieb – problemlos gehen. Aber mit 2 Hunde-Stärken voran und einem vorlaufenden Scout, der das Tempo irgendwie schon angibt, ist es halt doch anstrengender.

Landschaftlich gefiel es uns sehr gut, dennoch habe ich die Tour nicht ganz so genießen können. Irgendwie bin ich es aus der Eifel gewohnt, dass es eher selten Unterbrechungen durch Waldstraßen gibt und noch schlimmer, durch Fußgänger und Reiter. Gegen beides habe ich im Prinzip nichts. Allerdings werden sie zur Qual, wenn man selber 3 Hunde bei sich hält, während irgendwelche Deppen ihren Hund entweder in die angeleinte Meute reinlaufen lassen, so dass ich fast selber zu Fall komme, oder die Flexileinen nicht handeln können, so dass sich nicht nur ich und meine Jungs sondern auch noch ein Ehepaar, welches vor uns für eine kurze Strecke lief, darin verfingen. Ich hätte kotzen können. So verbuchten wir auf dieser Strecke 3 unschöne Begegnungen mit Hundemenschen und eine gefährliche Begegnung mit Reitern, die ohne Rücksicht auf Verluste einen Pfad raufbretterten, ohne zu überlegen, dass sich da ggf. auch noch andere Lebewesen befinden könnten. Ein Satz die Böschung hoch „rettete“ letztendlich meine Knochen und zumindest die Knochen von Suri. Die Spaniels waren eh mehr oder weniger in den Böschungen unterwegs gewesen. (Sie wissen anscheinend warum 😉 )

Ich jedenfalls hatte da den Papp so was von auf. Das nervt.

Von der Spaziergängeranzahl – nun ja, es ist sicherlich eine Frage, woher man kommt oder was man gewohnt ist. Wenn ich auf den Eifeltouren auf einer Strecke 4-5 Wanderer oder auch kleine Wandergruppen treffe, dann war es ein Tag mit „viel Traffic“. Wenn ich in hiesigen Stadtwäldern unterwegs bin, dann wird die Zahl der Passanten, die ich heute dort getroffen habe, vermutlich eher auch als gering angesehen werden. Mich hat es aber genervt. Mir war es deutlich zu viel, denn ich liebe es, mich in der Natur umzusehen und nicht ständig danach zu gucken, ob ein Fußgänger kommt, ob die Hunde manierlich neben mir laufen, und, und, und … Aber wie gesagt: Es kommt immer darauf an, was man gewohnt ist.

Zur Spanielfreude gab es viel, viel – sehr viel Wasser. Selten überquerten wir gesittet einen Brückenübergang, sondern häufiger marschierten wir direkt durch den Bach. Selbstverständlich machen wir unsere erste große Pause ebenfalls an einen großen Bach, in dem die Spaniels natürlich auch kurz baden durften. 🙂

Jedenfalls kamen alle Jungs voll auf ihre Kosten, was das Nassvergnügen angeht.

 

Während der ersten Pause mimten Caps und Suri eher die Wächter während Laurin natürlich keine Zeit zum Pausieren hat. Niemals hat er das. Er musste natürlich die Zeit nutzen, um zu buddeln und den Wald umzugraben. 😉

Es ging noch einige Passagen quer durch den Wald. Das liebe ich, und die Jungs lieben es noch viel mehr.

Einige Hindernisse gab es auch zu überwinden. Auf dem Pfad liegende Bäume waren dabei noch eine der kleinen Herausforderungen. Auf einem Fußsteig musste ich Suri über einen dicken Felsen samt umgestürzten Baumriesen „hiefen“, um uns danach gleich durch zugewachsenes Dickicht zu schlagen.

Hört sich schlimm an, ist aber insgesamt genau das, was Wanderungen ausmacht. Natürlich nur, wenn es nicht stets und ständig ist. Aber hin und wieder mal eine Herausforderung, das macht schon Spaß.

 

 

Wir alle 4 merkten heute aber schon arg, dass die Temperaturen angezogen haben. Zwar waren es auch „nur“ um die 14 Grad, allerdings sind diese dann, nach dem Winter, doch gut zu spüren. Vor allem, wenn man in Bewegung ist.

So machten wir, ca. 1 Kilometer vor unserem Ziel, noch eine Pause. Logisch, Suri hatte wieder eine Snack-Hütte entdeckt, die geradezu einlud, dass wir hier noch mal eine Rast machen.

Suri sagt – wir tun! 🙂

In dieser Hütte kam uns dann ein ungezogener unangeleinter Hund „guten Tag“ sagen. Ich saß gerade auf der Bank mit der Flasche Wasser in der Hand, als die Töle in die Hütte schoss, um die Jungs anzumachen. Capper gleich auf 180, Suri mischte mit und Laurin war nahe daran, kurzen Prozess zu machen. Ich wurde leider in dem Getümmel von der Bank gezogen und mein Wasser ergoss sich auf meine Hose und nicht in meinen Mund.

Und die zu der Töle gehörende Person kriegte dieselbe nicht wirklich unter Kontrolle. Sehr unschön. Zumal der Hund dann im nächsten Atemzug, vorbeilaufende Spaziergänger ansprang, um gleich im Anschluss danach noch einen Reiter störte, dessen Pferd er zum scheuen brachte.

Ich schüttele nur mit dem Kopf und sage mir:

Jep – das Bergische Land ist eigentlich wunderschön. Die Wege sind absolut prima. Aber hier gibt es wirklich diese Menschen, wie es sie auch in unseren Gefilden zu Hauf gibt. Alle Freiheit mir, meinem Hund, meinem Pferd, meinem Bike. Und darauf habe ich absolut keinen Bock. Von daher –

Es war ein Versuch wert – aber ich werde es so schnell nicht wiederholen.

Hier noch die Streckendaten:

 

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