Wandern

Westwallweg im Hürtgenwald

Kaum zu glauben, aber heute war Primiere. Erstmalig habe ich mich exakt an den Plan gehalten und aus den 9 Kilometern sind tatsächlich auch nur 9,2 Kilometer geworden. Unterwegs waren wir wieder im Hürtgenwald. Ich wollte eine leichte Strecke gehen, da Suri sich gestern beim Babysitten ja ziemlich angestrengt hatte. Deswegen habe ich mich auch strickt an den Routenplan gehalten, um nicht hinterher dann doch wieder mit 5 Kilometern mehr auf dem Tacho anzukommen 😉

Und gelernt habe ich, dass man Schneeglätte wirklich nicht unterschätzen darf. Was war ich froh, dass die Spaniels jetzt immer das 2. Geschirr drauf haben. So konnte ich an abschüssigen und glatten Passagen einfach die Leinen umschnallen. Schwups in den Brustring eingehängt und schon funzt es wesentlich angenehmner – für ALLE Beteiligten. Kein Gemotze von Frauchen und entsprechend auch gut gelaunte Spaniels, die es dann gut hinnehmen können, sich nicht in die Leinen zu hängen, sondern brav neben oder falls erforderlich, hinter mir zu gehen.

Der Ausgangspunkt war Simonskall, ein kleines Örtchen janz janz tief drin im tiefen Tal. Entsprechend war die Hinfahrt – insbesondere runter ins Tal – doch eine ziemlich glatte Rutschpartie. Aber gut – langsam gefahren und heile am Startpunkt gelandet. Oben das Bild zeigt den Blick vom Parkplatz aus zum Gebiet, in das wir uns begeben würden.

Da mussten wir allerdings dann erst einmal hinkommen. Ein kleines Stückchen mussten wir durch den Ort Simonskall. Es war spiegelblank auf der Dorfstraße. Entsprechend war es ein heikles Unterfangen, mit 3 Hunden am Strick irgendwie heile in den Zustieg zu gelangen. Der allerdings zeigte sich auch nicht freundlich gesinnter. Der Einstieg war ebenfalls vereist. Nur gut, dass Suri-Man ab da dann frei laufen konnte.

Wir starteten also bei bewölktem Himmel und ca. 3 Grad Minustemperaturen. Klar – im Tal ist es meistens ungemütlicher als oben.

Der Aufstieg war – wie beschrieben – noch etwas glatt. Aber ein wundervoller Pfad, so, wie wir es lieben.  Und, um es vorwegzunehmen: Je höher wir kamen, umso schöner wurde das Wetter und die Wege wurden zunehmend schneebedeckter und ließen sich dann auch wunderbar gehen.

Wie auch bei der letzten Wanderungen, waren die Spaniels sehr in ihrem Element. Überall Wildspuren und logischerweise dann auch die entsprechenden Gerüche dazu. Das strengt (mich) an, aber solange es bergauf geht, ist es halb so schlimm, sofern es nicht glatt ist 😉 .

Der Weg an sich ist nicht schwierig zu laufen. Es gibt einige schöne Pfade – vor allem dann auf dem Rückweg. Darüber hinaus sind die Wege breit und ich denke, dass es zu anderer Jahreszeit eher ein Touristenweg ist. Heute jedoch war keine Menschenseele unterwegs. Dafür allerdings um so mehr Tiere.

Der Westwallweg gehört zu den historischen Wegen in der Eifel. (Der Link führt zu einer genauen geschichtlichen Erklärung.) Dieses Gebiet wurde schon seit Urzeiten immer wieder als Grenzanlagen, Schützen- und Burgenlinien verwendet. Die letzte Untat war dann im 2. Weltkrieg durch den Bau von Bunkern zu verzeichnen. Genau diese Bunker stehen nun versteckt mitten im Wald. Ich finde es faszinierend, wie sich die Natur alles wieder zurück erobert. Und noch schöner ist es, dass diese Bunker nun die Herberge von Fledermäusen und anderem Getier ist. Dann haben diese Bauwerke nun doch endlich einen richtig guten Zweck 🙂 .

  Wir wanderten also „stur“ nach Planung und genossen die Sonne und den Schnee. Beides wurde von Minute zu Minute intensiver.

Klar, dass Caps auch hier zwischendurch einfach mal umgekippt ist um Lust zu kugeln 😉

   Der erste Bunker war dann auch nach ca. 2,5 Kilometer erreicht. Psst – bitte nicht stören. Von Oktober bis März ist hier die Ruhezeit u.a. für Fledermäuse.

Diese Ruhe gönnen wir gerne. Deshalb guckten wir uns das Teil von außen an, um dann weiter zu marschieren.

  Keine Wanderung ohne „Banalitäten“, die für mich immer wieder kleine Wunder sind.

Auch abgestorbene Pflanzenreste können soooo wunderschön sein, wenn sie sich schmücken.

   

Und natürlich gehören Bilder von den Spanieltypen und dem Suri-Man auch immer dazu. Erst recht, wenn es im Schnee ist und irgendwie die Welt ganz anders ausschaut.

Ich füge hier nun einige Aufnahmen unkommentiert an. Kein einziges Wort kann die Stimmung beschreiben, wenn die Wolken die Wälder küssen und die Sonne in den Schnee lächelt.

Und dazu noch wunderbare Wandergefährten solche Bilder noch mehr aufhübschen. Ach – es war einfach nur toll.

Und alle Bilder zu dieser Tour gibt es hier.

Und die obligatorischen Streckendaten zum Schluss.

 

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