Meine Hunde

Mandel-OP …

a WP_20160309_10_47_16_ProNach elend langen Monaten und vielen Versuchen, die Mandeln zu retten, wurde am vergangenen Mittwoch (09.03.) dann doch die OP durchgeführt. Wenn jede nur winzig kleine Belastung dazu führt, dass die Mandeln immer wieder Probleme verursachen und eigentlich weder Hund noch Mensch wirklich entspannt mal Dinge angehen kann, dann muss eine Entscheidung her.

Es ist mir nicht leichtgefallen. Denn eigentlich ist man mittlerweile sehr weit davon abgerückt, Mandeln zu entfernen. Leider sind Cappers Mandeln aber so riesig groß gewesen und wurden aufgrund des chronischen Verlaufs nicht mehr besser, dass 3 wirkliche Spezialisten auf diesem Gebiet plus unsere tolle Haustierärztin zu der Entscheidung kamen: „Die müssen raus.“  Zumal die Gefahr eines Karzinoms immer größer wird, je länger Mandeln so chronisch entzündet im Rachen herum“baumeln“.

Monatelang haben wir es versucht, das Immunsystem zu stabilisieren, alternative Dinge ausprobiert und natürlich auch bei ganz schlimmen Schüben, Antibiotikum verabreicht. Alles hat nichts gebracht, also wurde kurzerhand ein OP-Termin festgemacht. Dies – bevor sich die Mandeln wieder aktut entzünden würden.

Ein großer Blutscheck vorab brachte das Ergebnis, dass wenigstens von der Seite aus alles in einem Top-Zustand ist.

Der OP-Tag:

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Mein süßer „kleiner Mann ging wie selbstverständlich in die Praxis, die er ja noch nie zuvor gesehen hat. Neugierig und voller Tatendrang wickelte er die Frau Dr. samt Personal um seine dicken Pfoten.

Um so schlechter fühlte ich mich natürlich, denn ich mag meine Hunde nicht gerne mit unangenehmen Dingen überraschen. Und natürlich kam ja auch noch die ehrliche Belehrung von Frau Dr., dass eine Mandel-OP leider nicht so ganz ohne ist.
Selbst Frau Dr. meinte: „Ach Gott, der ist so vertrauensvoll. Jetzt habe ich echt ein schlechtes Gewissen, ihn schlafen zu legen.“

Aber okay – was sein muss, muss sein.

Schlafe gut, kleiner Mann. Wenn Du aufwachst, werde ich bei Dir sein!

 

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Nach 70 Minuten elend langer Wartezeit wurde mir Capper dann gebracht.

Die OP war recht unproblematisch verlaufen. Obwohl die Mandeln mehr als nur sehr dick waren, hatte eine Seite gar nicht nachgeblutet, die andere nur leicht, was das OP-Team positiv überrascht hatte. Die Proben wurden verpackt und bereits auf dem Weg zur Pathologie.

Caps Aufwachphase ging dann auch schneller von statten als man erwartet hat. Meine Haustierärztin sagte mir, dass Caps sicherlich am OP-Tag und die folgende Nacht nur schlafen würde. So in etwa wurde mir das auch vom OP-Team gesagt. Caps sollte den kompletten Tag zur Überwachung noch in der Praxis bleiben und abends sollte er dann wieder mit heim.

Es kam allerdings dann – positiver Weise – wieder mal anders.

Die Aufwachminuten waren heftig. Er jammerte und sang, was aber weniger mit Schmerzen zu tun hatte (lediglich das Kiefergelenk würde wohl etwas zwicken, denn es war ja weit über eine Stunde stark aufgespreitzt gewesen), sonder diese jämmerlichen Laute kämen von den Morphinen, die er ja intus hätte. Es wäre normal. Allerdings sagte mir die Ärztin dann:

Nun – laut sind sie alle danach, der Capper übertreibt es aber etwas. 😉

Typisch Caps.

Auf diesem Video hört man seine Gesänge. Und gleichzeitig aber schon die ersten Anzeichen, dass er hoch wollte.

Nach weiteren 20 Minuten wollte er dann partout nicht mehr liegen bleiben. Ups… So schnell? Damit hatte niemand gerechnet. Ich in Panik, weil der junge Mann sich in seiner Infusion völlig verheddert hatte. Das Praxisteam überrascht aber dennoch völlig relaxt:

„Lassen Sie ihn. Wenn er partout möchte. Das stresst ihn dann nicht so viel, als müsse er jetzt liegen bleiben.“

Dabei wurde er dann von 4 weiteren helfenden Händen wieder aus der Infusionsfalle befreit.

Und dann stand er nach dem ersten Aufstehversuch tatsächlich auf den Beinen und wackelte durch die Praxis.

Erster Versuch: Passt. Unglaublich dieser Kerl.

aa WP_20160309_17_36_49_ProUnd weil alles so wunderbar funktionierte, blieben wir noch eine weitere Stunde in der Praxis, dann ein kleiner Nach-Check. Dann durfte Caps schon mit nach Hause.
Und am Nachmittag sollte er sein erstes Eis bekommen. Er hat extra Hundeeis in den Sorten Rind, Lachs und Banane-Apfel mitbekommen. 🙂

 

Mit dem richtigen Essen musste dann aber noch bis zum nächsten Morgen gewartet werden.

Caps war den Tag über relativ munter und ging auch gerne (am Geschirr) mit in den Garten. Allerdings entspannte er auch prima, wenn nichts passierte und schlief mit Kumpel Laurin dann den Nachmittag und Abend Seite an Seite.

 

Tag 1 nach der OP

Die Nacht war für mich heftig, weil ich zum Einen alle 2 Stunden kontrolliert habe, ob keine Nachblutungen passierten und zum anderen brauchte er ja noch eine Medikamentengabe gegen Mitternacht.

Der nächste Tag lief ähnlich ab. Caps hatte einen riesen Kohldampf und bekam über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen. (Was Rinchen natürlich auch freute.) Darüber hinaus gab es alle 2 Stunden Eis zum Schlecken ein paar Gartengänge am Geschirr und sonst war Ruhe angesagt. Obwohl Caps das mit der Ruhe nicht so eng sah. Man musste Laurin schon mal in die Beine zwicken und relativ vehement klar machen, dass man unbedingt als erster durch die Tür nach draußen musste. Oh je … der Müffjö.

Tag 2 nach der OP

Caps ging es nicht ganz so toll, wie in den beiden Tagen zuvor. Er schien mehr Schmerzen zu haben, röchelte ziemlich extrem und schnachte auch ziemlich laut. Entsprechend viele Sorgen machte ich mir. Und ausgerechnet an diesem Tag hatte ich kein Homeoffice sondern musste ins Büro. Aber als ich wieder daheim war, gab es nichts wild Dramatisches. Caps röchelte vor sich hin, hatte aber Appetit. Und abends hatten wir ja Termin zur 1. Nachkontrolle.

Um 18 Uhr also zu unserer Haustierärztin. Die stellte fest, dass der Rachen extrem angeschwollen ist. Nicht unüblich nach einem solchen Eingriff. Also weiterhin Schonen, Schonen, Schonen und Kühlen, Kühlen, Kühlen. Dazu gab es noch etwas Homöopatisches gegen die Schwellung und somit waren wir fast entlassen. Denn dann gab es noch eine gute Nachricht. Das Labor schickte den Befund. Kein Tumor!!!! Juhu!  Eine chronische blablabla blablabla … irgendwas (eine Bezeichnung, die ich mir wirklich nicht merken konnte) – aber

Fazit: Alles richtig gemacht.

Die Dinger mussten in der Tat dringend raus.

Tag 3 nach der OP

Caps röchelt noch, aber nicht mehr soooo extrem, wie den Tag zuvor. Allerdings leiden wir alle Drei extrem darunter, dass wir so gar nichts machen können außer ruhen und mal eine kurze Runde durch den Garten (klaro – am Geschirr) zu tiegern. Ziemlich ätzend.

Allerdings habe ich Laurin dann ein wenig im Wohnzimmer mit kleinen Übungen bespaßt. Der arme Bub kann ja nichts für die Zwangspause. Das hat Caps aber auch prima brav ausgehalten.

Tag 4 nach der OP

a WP_20160313_09_00_39_ProHeute röchelt Caps kaum noch. Latent höre ich noch ein Schnorcheln, aber der Rachen scheint etwas abgeschwollen zu sein. Dank Eis und den Medis scheint da doch etwas zu helfen! 🙂

Um unserem Lagerkoller zu entfliehen haben wir dann heute morgen einen winzig kleinen 10-minütigen Spaziergang draußen an der Erft gemacht. Und das tat uns allen super gut.

Laurinchen freute sich, dass er seine Beine wieder mal richtig einsetzen konnte und Caps ist nun auch etwas ausgeglichener.

Auch wenn er jetzt gerade tief und feste schläft. Daran merkt man, dass die OP doch noch nicht so furchtbar lange her ist. Und 10 Minuten sind dann schon anstrengend.

 

Jetzt kommen morgen/übermorgen und dann vermutlich Mitte/Ende der Woche noch einmal bekanntlich kritische Tage auf uns zu. Denn das Nachblutungsrisiko steigt nochmal, wenn sich der Wundschorf löst. Also – ganz über dem Berg sind wir noch nicht. Aber wir sind nun zuversichtlich, dass wir das auch noch gepackt bekommen.

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Und dann hoffen wir, dass wir zukünftig ohne Angst vor massiven Entzündungen und deren möglichen Folgerisiken endlich unsere gemeinsame Freizeit wieder unbeschwert verbringen können.

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